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Frequently Asked Questions

Häufig gestellte Fragen



Ihre Fragen 
zur  "Christengemeinschaft"



Immer wieder tauchen fast gleiche Fragen auf.

Und oft hatten Freund*innen, bevor sie im Forum Kultus nachfragten,
Informationen von Priestern der / bzw. aus der "Christengemeinschaft".
Dann kommt zu mir die Frage: Stimmt das so ?
Es sollen nun hier keine unguten Kontroversen geschürt,
sondern lediglich immer wieder gestellte Fragen 
- aus meiner / unserer Sicht - beantwortet werden

( ... das erspart dann viiiel eMail-Verkehr ... ;-) , 
auch wenn hier nur exemplarisch die häufigsten herausgegriffen  sind.


Argumente aus der "Christengemeinschaft"  sind folgend mit " CG " gekennzeichnet,
und Antworten aus unserer Perspektive ( Forum Kultus) mit " FK " :   


 
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Ein fast immer anzutreffendes  Argument ist :

" Die Sakramente gehören der 'Christengemeinschaft' "

 und sind NUR durch deren geweihte Priester 
legal und wirkungsvoll und überhaupt zu spenden...


CG  :    
Die (ursprünglich laienpriesterlich gegebenen und gehandhabten) Sakra­mente
(vor allem Taufe, Trauung, Bestattung)
seien mit Begründung der "Christen­gemeinschaft"
an diese übergegangen
und deshalb nur noch durch amtskirchliche Priester (der "Christengemeinschaft") 
berechtigt zu spenden. 

 

FK  :   
"Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind,
etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören."
(Rudolf Steiner, 9.12.1922, "Zur religiösen Erziehung...", 1997, S.174).   

Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung
ist im gesamten Werk Steiners eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG
auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben
( Die Texte "gehörten" - juristisch - der Nachlassverwaltung,
d.h. sie sind inzwischen, nach Ablauf des Urheberschutzes, sowieso "frei" ! ) 
Das betrifft prinzipiell alle Steinersche (Sakraments-)Texte,
auch Taufe, Trauung, Bestattung!
"Die Christengemeinschaft" hat diese lediglich  AUCH  bekommen.
( Eine Ausnahme ist natürlich das Zentralsakrament, das den spezifischen Aufgaben 
der "wesensverschiedenen" Impulsen entsprechend konfiguriert wurde: 
die Menschenweihehandlung,  bzw. die Opferfeier.
Auch die "amts-kirchliche" "Priester-Weihe" ist MIT DIESEM Text für die Christengemeinschaft gedacht.  [ Eine "freie", allgemein-christlich-priesterliche folgt anderen Gesichtspunkten 
[[ und ist ja in der Erwachsenen-Taufe versteckt. ]]  ] )

"Die Autoren (die Christengemeinschafts-Priester Gädeke
in ihrem Buch "Die Fortbildung der Religion...")

vertreten hier die Meinung, die sich im Gesamtduktus deutlich zeigt,
dass die Religion inner­halb der anthroposophischen Gesamtbewegung
von der Christengemeinschaft repräsen­tiert wird. ... 
Dass von der Dreiheit Wissenschaft - Kunst - Religion
mit der Begründung der Christengemeinschaft die Religion
an diese gewissermaßen übergeben worden sei,
be­zeichnet Rudolf Frieling (damals "Erzoberlenker" der Christengemeinschaft - VDL )
1984  ausdrücklich als ein 'Missverständnis' ... "   
(Michael Debus, em. Leiter des Priester-seminars der Christengemeinschaft in Stuttgart, 
in "Anthroposophie und Religion - Eine notwendige Ergänzung zur Gädeke-Studie",  
in: "Mitteilungen ..." der Anthroposophischen Gesellschaft, Nr. 178, IV/1991, S. 274-276).


 
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CG   
Ausnahme seien die von Rudolf Steiner den Waldorfschulen gegebenen
"freien christlichen Schulhandlungen"

(die dann fast wortgleich später auch die "Christengemeinschaft" bekam),
allerdings weil diese  nur  "Rituale"  seien 
und deshalb von "Laien" handhabbar; 

denn Sakramente seien prinzipiell nur dann "Sakramente",
wenn sie durch kirch­lich, sakramental geweihte Priester
innerhalb einer Kirche vollzogen werden; 
im "Forum Kultus" seien aber nur - nicht geweihte - "Laien" tätig.

FK :
Aber selbst eine - von einer anderen amtspriesterlichen Kirche - erteilte "Priester-Weihe"
- die ja prinzipiell zum sakramentalen Vollzug befähigen und "berechtigen" würde  -
wird in der Christengemeinschaft nicht anerkannt  und wird ggf. wiederholt, bzw. ersetzt ...   
Andere "geweihte Priester" anderer Kirchen zählen (selbstverständlich) nicht,
wenn es um die Handlungen der Christengemeinschaft geht.
Paradoxerweise wird aber z.B. das Sakrament der Taufe der Evangelischen Kirchen,
das durch Nichtgeweihte - also "Laien" - gespendet wird, anerkannt ...
( Die sind ja auch keine Konkurrenz zur Christengemeinschaft... !?
Liegt hier "der Hase im Pfeffer" ? )
Dürfen denn dann NUR von der Christengemeinschaft geweihte Priester
Sakramente erteilen ?
Nein, eine jede Gemeinschaft darf die speziell ihr gegebenen / von ihr gehandhabten Sakramente innerhalb ihrer Gemeinschaft vollziehen.
Was ist aber dann mit Taufe, Trauung, Bestattung, Jugendfeier ...
die Rudolf Steiner schon VOR der Christengemeinschaft "laien"-/allgemein-priesterlich
gegeben hat .. und dann erst AUCH der Christengemeinschaft ?
Darf ein "allgemein-priesterlicher" - konkret der "freie christliche Impuls heute" -
dann "seine" Sakramente nicht benutzen ?
Problem :  Die Texte des freien christlichen Impulses sind textgleich
mit denen die die Christengemeinschaft dann später auch erhielt,
und seit dem habe nur noch diese das Recht diese Sakramente zu handhaben..
( Das stimmt aber nicht ... )
Siehe oben !

FK  :   
Die der Waldorfschule gegebene "Jugendfeier" (Konfirmation) und die "Opferfeier"
(als Zentralsakrament) sind eindeutig "Sakramente" .
Diese gab Steiner zum voll wirksamen Vollzug  und zwar "nicht priesterlich",
den "nicht geweihten" (= "Laien") Reli­gionslehrern,
also "allgemein('laien')-priesterlich" !!  
So auch die Taufe und die Trauung . 
Diese erhielt der ehemalige evangelische Pastor und dann Waldorflehrer 
und "nicht geweihte", sondern ehemals nur evangelisch ordinierte, 
aber dann auch ausgetretene  Wilhelm Ruthenberg erhielt. 



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CG  :
Somit seien nicht kirchlich geweihte Anthroposophen
nicht zum sakramen­talen Handeln vorgesehen, dazu nicht berechtigt 
und nicht in der Lage. 


FK  : 
s.o.   


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CG  :
Rudolf Steiner selber
habe deshalb die "Christengemeinschaft" 
für Bestat­tungen von/den Anthroposophen empfohlen 

und sei zudem selbst von ihr bestattet worden. 

 

FK  : 
Dass Rudolf Steiner von der CG kirchlich
und nicht von Anthroposophen "spezi­fisch an­throposophisch" bestattet wurde,
war nicht sein Wille, bzw. Auftrag,
sondern wurde von seiner Umgebung (u.a. von Rittelmeyer [Erzoberlenker der CG] )
dann einfach vorge­nommen und gehörte zu den damals vielen Unklarheiten
und Unstimmigkeiten
( Lt. Roland Halfen, Leiter des Rudolf Steiner-Archivs, an das Forum Kultus, 3.10.2016.) 
 



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CG  :
Die Existenz und ein Monopol der "Christengemeinschaft" als Wächter der Sakramente
sei notwendig (siehe den "Missbrauch" = Benutzung durch Nichtgeweihte),
damit die Sakramente wirksam und berechtigt stattfinden könnten 
und die richtige, allein wirksame Ausführung, nämlich durch allein kirchlich Geweihte, 
garantiert werde.

Weil der wirksame Empfang von Sakramenten nur innerhalb einer "Kirche"
und nur durch kirchlich-institutionell geweihte Priester möglich sei,
jedoch das spirituelle / geistige Niveau der traditionellen Kirchen
dem Anthroposophen nicht gemäß wäre,
sei praktisch allein die "Christengemeinschaft"
für jeden Anthropo­sophen der zutreffende Ort.


FK  : 
Die "Christengemeinschaft" war als "Vorschule" gedacht, 
für diejenigen, die den Weg zur Anthroposophie noch nicht finden können... 
also nicht für Anthroposophen selbst.  



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CG
 

So kommen fast alle Mitglieder der "Christengemeinschaft"
aus der Anthropo­sophen- und Waldorfszene,
während die Mitgliedschaft von Anthroposophen in den traditionellen Kirchen
irrelevant ist. 
Somit entspräche man den Bedürfnissen der Anthroposophenschaft;
auch diesbezüglich seinen also "freie Sakramente" nicht nur unberechtigt,
sondern auch überflüssig 

( Siehe z. B. Michael Debus, Gundhild Kacer: "Das Handeln im Umkreis des Todes ..", 1999, 
S. 9ff. und Wolfgang Gädeke, em. "Lenker" der "Christengemeinschaft" in Flensburger Hefte, So.heft 9, S. 67. )

 
FK  : 
Das ist eben kontraproduktiv ....
Siehe dazu hier unten:  "Zertrümmerung"  und  "Monopol" .


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CG  :
Weil die "Hausaufgabe" der Anthroposophen: 
einen spezifisch anthroposophischen Kultus-Weg weiter auszu­arbeiten 
nicht erkannt und gemacht wurde  .. 
blieb  - um ein not-wendiges kultisches Leben 
innerhalb der anthroposophischen Bewegung 
aufzubauen und überhaupt stattfinden zu lassen -  
nur die CG ...

 

FK  : 
Das ist allerdings tragisch ... Denn, wie Rudolf Steiner (am 30.12.1922)
das drastisch ausdrückt:
"Wenn er dieses tut, so arbeitet er an zweierlei:
erstens arbeitet er an der Zer­trümmerung und Zerschmetterung
der Anthroposophischen Gesellschaft,
zweitens arbeitet er an der Fruchtlosigkeit der Bewegung für religiöse Erneu­erung.  ... "

Intern  [3]  wird vor einer sakramentalen ("freien christlichen") Aktivität
der/von Anthroposophen ge­warnt.
Da fast alle Mitglieder aus der Waldorf-/Anthroposophen-Scene kämen,
wäre ggf.. die Existenz der "Christengemeinschaft" nicht mehr finanzierbar
(die schon äußerst angespannt ist),
würden  diese aufwachen und der "Christengemeinschaft" doch den Rücken kehren...
(siehe unten "Monopol") 
Deshalb müsse kategorisch gegen ein "freies, sakramentales" Handeln 
von Anthroposophen argumentiert und ggf. vorgegangen werden ...   

 

Und das ist dann eben tendenziös, manipulativ ...  :




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Suggestive Interpretationen    

 

Es wird z.B. auch immer wieder Rudolf Steiner 

oft kontextfrei / im falschen Zusammenhang zitiert

( hier beispielhaft aus GA 345, 2.Vortrag, 12.7.1923, insbesondere  S. 34-35 und S. 44 ) :

 

CG 

"Denn tritt heute (damals !) der Fall eines Begräbnisses ein,
dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft (CG) für das Kultische aufgerufen." (S. 34)

FK  :   

Für wen ?? :   für die "Doppelmitglieder", individuell für bestimmte Anthroposophen,  
oder gar prinzipiell für ALLE Anthroposophen,  oder für jedermann ?  

Hier (in GA 345) belehrt er die Priester der CG über deren Umgang
mit einem damals noch unausgegorenen Alltag. 
Es geht hier nicht prinzipiell um die Anthroposophenschaft!  

Denn - siehe 30.12.1922 - es ist nicht die Aufgabe der CG 
die Anthroposophen zu bedienen, 
die CG war/ist nicht für die Anthroposophen konzipiert.

Einige Sätze weiter (S. 34) schränkt Steiner diese Feststellung auch wieder ein,
bzw. konkre­tisiert sie : 
derjenige, "der Anthroposophie sucht ... dass man es ihm überlassen muss,
inwie­fern er den Kultus (der CG -VDL) sucht.."  


Der Anthroposoph kann sich zur CG hinwenden, muss (und sollte?) das aber nicht. 

Schon das Prinzip der Religionsfreiheit verbietet eine Grundsatz-"Empfehlung". 

Das obige Zitat bezieht sich also vor allem und prinzipiell auf diejenigen Anthroposophen ("Doppelmitglieder"), die ihre religiöse Heimat in der "Christengemeinschaft" haben, 
es kann aber nicht generell verallgemeinert werden. 

Denn ist er Mitglied dieser Kirche: dann ist er selbstverständlich auch aufgefordert 
diese selbst gewählte, SEINE Kirche in Anspruch zu nehmen;  

oder es ist aus höherer, karmischer Einsicht (die Steiner hatte) 
gerade für ihn in der momen­tan gegebenen, individuell speziellen Situation sinnvoll, 
auch ohne Mitglied zu sein,  die CG zu bitten. 

 

Denn die Gründungsgewalt mit der die "Christengemeinschaft"
in die anthroposophische Be­wegung drängte, verdrängte alle Alternativen.  
Wollte man einen Bestattungs-Kultus, der anthroposophisch vertieft gefasst war, 
blieb damals nur die "Christengemeinschaft".   

Für bestimmte Verstorbene war es aber wichtiger
einen geistgemäßen Kultus zu bekommen,
als gar keinen .. 
Und dementsprechend - ja nicht bei jedem ! - verwies Steiner 
individuell (und ausnahmsweise) auf die "Christengemeinschaft".  

 

Das Gleiche gilt für die Aussage Rudolf Steiners (S. 44)  : 


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CG  :  

"Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit,
wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult (der CG VDL)  geheiligt werden sollen,
etwas vor­nehmen, ohne dass der Vertreter der religiösen Bewegung (CG VDL) mitwirkt.  

Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. 

Der Kult (der CG -VDL) muss verrichtet werden (durch Priester der CG -VDL) .."

 

FK  :
Das ist eine Äußerung Steiners als "Nichtpriester"
gegenüber einem auch von ihm zu respektierenden, klerikalen System. 
Rudolf Steiner betonte, dass er (als Eingeweihter und Geisteslehrer)
prinzipiell nicht kirchlich-sakramental tätig sein wolle und dürfe.  

"Ansprachen" hielt er weiterhin.

 

Wiederum - s.o. - :   Es blieb damals, aufgrund des Monopols, 
nur die "Christengemeinschaft"..., 

wenn eine kirchlich-sakramentale Bestattung überhaupt stattfinden sollte... 

 

Die Empfehlungen und die Praxis Steiners 

zeitweise die "Christengemeinschaft" zu bitten, 
war eine pragmatische Ausnahme 
für die damals - tragischer Weise - alternativlose Zeit !

 

Und lange Jahrzehnte wurde dann die eigene Hausaufgabe, 
die Entwicklung eines "spezifisch anthroposophischen" Kultus-Weges, 
liegengelassen ...

 

Doch heute haben wir diese Alternative wieder !  

Anthroposophen - als freie Christen - müssen nicht mehr
in die "Vorschule zur Anthroposophie" gehen, 
um die Sakramente in der Fassung und Tiefe Steiners in Anspruch nehmen zu können  .. 
wir sind nun frei ...  

 

Trotzdem und prinzipiell :  Jeder sollte seinen  ihm gemäßen Weg  gehen !  :

 

"Geh einfach Gottes Pfad .. 
so gehst du recht und grad!"  



Abschied von der Kirche

Zur "Christengemeinschaft"



Irritationen in der Priesterschaft

 

Sind wir mit unseren Fragen, unserer Kritik - die lediglich unsere seien ! -
 subjektiv verblendete "Gegner" der »Christengemeinschaft« ?
 
Weil das oft behauptet wird, hier doch noch verschiedene
 - und zwar öffentlich erhobene [ interne liegen uns auch vor ! ] -
Stimmen von Insider, Priester, Freunde der »CG«.
 


Folgend der ( 'ehemalige', weil nach Kritik suspendierte, aber doch )
 Priesters der »Christengemeinschaft«,
Andreas Laudert : 


11   » Nun besteht jedoch bei Verfechtern eines alten Elitegedankens eine irgendwie berufsmäßige Neigung, mit diesem bloß neuem Wissen gleichsam wieder
in die Höhlen und auf die Hügel zurückzukehren.  ..
'Tradition sei Bewahrung des Feuers, nicht Anbetung der Asche',
sagte der Komponist Gustav Mahler.

12   Was immer wir Menschen auch geistig alles treiben,
entscheidend ist, was dies aus uns macht: von Weltanschauungen Getriebene oder Leute,
die sich im Augen-Blick halten können
und im nächsten für etwas anderes. ..
Immer nur zwischen Menschen schlägt die Stunde der Wahrheit,
in der konkreten Begegnung, nicht zwischen Denk- oder Glaubens­schulen,
nicht im Abstrakten.

17   >Alles ist gut, nur nicht überall, nur nicht immer, nur nicht für alle.<
Novalis, Fragmente und Studien

20   Anthroposophie lebt davon, dass sie alle Fragen zulässt.

21   Eigentlich ist die Anthroposophie ein ständiges Selbstgespräch
des Menschen .. Auge in Auge mit einem geistigen Wesen zu stehen.

27   Wenn heute noch kultisch-religiöses Leben, dann so (in Freiheit
- und nicht auf oder von heiligen Stühlen aus durchgesetzt).  ..

45   Für mich wie für viele andere bedeutete Priestertum als solches Opposition: 
Widerstand gegen eine korrupte, missratene Welt,
und ich begriff nicht, warum etwas so Schönes, etwas so Interessantes
wie die Christengemeinschaft,  die doch als Bewegung gedacht war, 
in einem längst versiegenden Kirchenstrom mitplätschern wollte.

84   Warum ist die Christengemeinschaft schlichtweg vielen egal?
Warum inspiriert ihr Dasein den religiösen und gesellschaftlichen Diskurs nicht? 
Die Haltung der meisten Zeitgenossen ihr gegenüber ist eine gewisse Ratlosigkeit,
um nicht von gelegentlichem Unmut zu reden.
Aber auch noch das Wohlwollen hat etwas Folgenloses,
etwas Klebriges. 
Wir kritisieren ja gern, wenn Menschen unserer Welt nur kurze Zeit nahekommen - Schönwetterchristen - und sind doch vielleicht selber für die Welt nur ein Intermezzo,
weil wir den Leuten einfach nicht nahe gehen. 
Ein Kollege aus Übersee klagte einmal, man sei »einfach nicht relevant«.

86-87   War ein schöner Traum: eine sachliche Kirche, ein postmoderner Orden,
wo nicht politisch verfahren,
sondern die Individualität als das Allerheiligste geschützt wird.

Indes tummelten sich vom ersten Tag an hier - nicht weniger als anderswo -
gern kleine Königinnen und Könige, die ihre Gemeinden (oder auch Arbeitszentren)
als persönlichen Besitz betrachten
und so Minderwertigkeitskomplexe und Neid kompensieren.
Sie genießen regelrecht Artenschutz.
Ihr Wort in Gottes Ohr: Es verstopft alle Gehörgänge.
Was sie nicht kritisieren können, denunzieren sie eben:
Wer ihre Kreise stört, sei in Wahrheit wahlweise krank
oder ein unsicherer Kantonist.
Sorry, aber das würde jeder Sektenbeauftragte
als typisches Merkmal bewerten.

Von hier an weiter. 
Ist ein schöner Traum: eine offene Kirche für alle Menschen,
in einem zeitgemäßen Kultus wurzelnd, basierend auf dem Vertrauen
in die Initiativkraft des Einzelnen. 
Freie Menschen, die als Geistliche
von einem intern vereinbarten Grundeinkommen leben
und als Selbständige alltäglichen Berufen und Tätigkeiten nachgehen,
die sie in realen Kontakt bringen mit allen Schichten der Gesellschaft:
am Fließband, in Schulen .., hinter Tresen, in Firmen, auf Märkten und Fußballplätzen.
Die mobil und flexibel und zur Stelle sind, wo man sie wirklich braucht,
und nicht ständig verhindert ihre Tage frei einzuteilen:
etwa wegen der zahlreichen wöchentlichen, schwach besuchten Kreisen ...
Ein schöner Traum: eine vielgestaltige, echte Bewegung.
Ein Traum: nicht zu verwirklichen.

Warum?
Erst müsse, so heißt es, auf einen neuen Eingeweihten gewartet werden,
der diese und andere Dinge, auch bezogen auf Kultisches,
gleichsam erlaubt.

91-92   .. ist ja ein großer Teil in den Gemeinden der Christengemein­schaft
bereits Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft
- und man müsste die Betreffenden eher fragen:
Pardon, warum sind Sie noch zugleich Mitglied bei uns?
... die latente strukturelle Widersprüchlichkeit der Christengemein­schaft,
in welcher sich möglicherweise nur der selbstverschuldete Anachronismus
einer Anthroposophischen Gesellschaft spiegelt,
die für ein Michaelschwert halten mag,
was als Damoklesschwert
über ihr schwebt.

93    Auf der einen Seite sollte ja die Christengemeinschaft
für diejenigen da sein, die gerade nicht den mühseligen individuellen Erkenntnisweg
der Anthroposophie gehen können oder wollen. ..
Das scheint Steiners sympathische Version: 
letztlich eine Art Volkskirche, eine sozusagen liturgisch-ätherische Bewegung
- eher Orden als bürgerlich-bürokratische Körperschaft - ,
die das Gemüt so erfrischen würde, dass aus dem Leben mit dem Kultus
auch Zugänge erwüchsen zu einem neuen Denken.

94   Nur: Streng getrennt sollte dieser Weg vom eigentlich anthropo­sophischen verlaufen!  Erst im Unendlichen, in »Michael« treffen sich die Parallelen.

94   Für viele ist die >Menschenweihehandlung<, so der Name der Messfeier 
- von der zu erbringenden körperlichen Aufmerksam­keitsleistung her einfach zu lang, 
zumal man den Anspruch hat, sie nahezu täglich zu >zelebrieren< - , 
von der Stimmung her allzu ernst und fast bleiern
und vom Wortlaut her teilweise schwer ver­ständlich, grammatikalisch wie inhaltlich.
Erneuerung hin oder her: 
Vieles hörte sich trotz allem noch immer recht katholisch an ..

96   Doch auch hier installierte er (R.St.) bald schon Sicherungen.
Im letzten Vortragszyklus für die Priester, im Jahr vor seinem Tod,
sagte er am 6. 9. 1924 sinngemäß,
wenn sie sich nicht bewährten, müsse ihr Tun wieder, wörtlich:
> in das Wesenlose verrinnen < ,
würde es > nur eine Art Störung < gewesen sein
im Gang der eigentlichen spirituellen Entwicklung.

97-98   Es macht doch etwas mit der Sache einer Gemeinschaft,
wenn sich dort über einen langen Zeitraum ohne größere Wider­stände
Gewohnheiten und Muster ausbilden konnten,
die dem eigentlichen Impuls hohnlachen. 

99-100   .. dass Kirche Selbstzweck wird.
Die Christengemeinschaft könnte gar nicht mehr existieren,
sobald sich ihre tragenden Mitglieder und Freunde
nicht mehr in hohem Maße aus aktiven Anthroposophen rekrutierten.

111   Die >Menschenweihehandlung< aber steht in der Gefahr,
fast zu einem neuen Dogma zu werden,
zum Dogma der Christen­gemeinschaft als Kirche.
Theologisch-spirituell verfeinerter Wein
in uralten kirchengeschichtlichen Schläuchen.

116   Vielleicht ist es schneller gegangen, als Steiner prognostiziert hatte. 
Was?  Die Seelenentwicklung.
Der Wandel der Bedürfnisse. Das veränderte Verhältnis zum Religiösen.
Vielleicht hat er die Wucht jenes fundamentalen globalen
Emanzi­pationsprozesses unterschätzt.
Oder gerade nicht, doch er schwieg darüber, um freizulassen.
Wer bestimmt, was wohin gehört? 

In dem Jahrhundert, in welchem die Christengemeinschaft sich gründete,
ist hinterher so viel geschehen!
Es sammelt sich nicht mehr in Breitbrunn oder Bethlehem.
Wir stehen jeden Tag mit der ganzen Menschheit vor Damaskus.  ..
Man kann sein Christentum nicht an der Garderobe abgeben.
Christentum heißt allgemeines Priestertum ..
So gehört ein jeder Christ sich selbst  -
und damit nicht der Kirche, sondern der Menschheit.
Das kirchliche Priestertum war eine historische Hilfskonstruktion.
Sie ist auch schon überall morsch und wacklig.

118   Es müsste geradezu leichter sein,
Priester werden zu können.
(Und zwar überall, in allen Kirchen.)
Unter den Mitgliedern muss das Priestertum substanzbildend werden! 
Was da ein Brimborium veranstaltet wird.
So wie jeder Mensch einen anderen Menschen heilen kann,
so wie jeder einen anderen etwas lehren kann,
so kann auch jeder einem anderen den Weg zum Göttlichen weisen,
den Schmerz in der Seele des Bruders lindern.
Die Archetypen des Arztes, des Lehrers und des Priesters
sind frei verteilt als Talente, als Vermögen in uns allen.

131   Der Priester (in der CG aber)  müsse Lehrer, Verkünder sein.
Er sollte nicht auf ein und derselben Ebene mit dem Zuhörer
Probleme erörtern. 
Er müsse einen Abgrund wissen zwischen sich und dem Gläubigen.
Von jenseits des Abgrundes müsse er sprechen.

132   Es ist heute nicht mehr aufrechtzuerhalten,
dass eine ausge­wählte Gesellschaft oder Gemeinschaft
per Definition
auf der einen Seite stehen soll,
und auf der anderen stehen die zu "Belehrenden".

133   .. entspricht aber in gewisser Hinsicht der Angst
vieler "klassischer" Gemeindemitglieder vor dem Wegfall des Hirten:
Sie wollen ja den Priester jenseits des Abgrundes. 
Sie wollen den Führer, seine Gesellschaft. 
Sie wollen nicht die innere Wirklichkeit
- dann müssten sie im Wortsinn den Führer und Hirten in sich selbst realisieren -,
die wollen das veräußerte Bild. 
Den Anblick und Aufblick.
 
138   Diese Einschüchterung:  Steiner habe dieses und Steiner habe jenes gesagt.
Man selber habe schließlich dieses und jenes unterschrieben.
Überaus pedantisch wird auf schriftlich Niedergelegtes verwiesen.
Die ganze Christengemeinschaft baut auf schriftlich überlieferten Texten auf. 
Penibel wurde über Jahrzehnte darauf geachtet,
dass sie kein Unberufener in die Finger bekommt.

139   Eine Gemeinschaft, die ihre Gründungsmythen pflegt,
muss den Einzelnen, der sich selber befragt - nach neuen Gründen -,
als Bedrohung und Störfaktor empfinden.

140   Aber innerhalb einer Gemeinschaft wie dem Priesterkreis
nimmt dieses Widersprüchliche dem Ganzen Lebenskraft weg.
Entweder wir gründen Seminare an jeder x-beliebigen Bushaltestelle
- und nicht ein Gremium entscheidet, sondern alle Interessierten,
alle anderen Mitkandidaten entscheiden, wer aus ihrer Mitte
die Gabe zu einem würdigen Seelsorger hätte
(das wäre Bewusst­seinsseele, wäre michaelisch), 
oder aber wir vertrauen dem salomo­nischen Überblick,
dem Tempel mit Alleinstellungsmerkmal.

164   Wir versagen hier fataler als andere,
die vielleicht noch nie von Anthroposophie gehört haben,
aber die im Zweifelsfall die Überzeugung,
nur man selber wisse, was richtig ist,
auch mal loslassen können. .. 

171   Im Namen der vermeintlichen Anthroposophie
wird dann die wahre verraten.
Ja ich nehme an, dass diese Warnung einen Kern hat: 
dass tatsäch­lich falsche Messiasse auftreten in unmittelbarer Zukunft,
dass es selbst für diejenigen, die sich für die Unbeirrbarsten halten,
dann nicht einfach sein wird, die sogenannten "Widersacher" zu erkennen.

189   >Die Christengemeinschaft< - vielmehr ihr Doppelgänger -
erschien plötzlich wie ein Tier in einem Bau, das täglich lospirscht, Mitglieder zu fangen, plötzlich dabei erwischt wurde
und sich darüber empört.

90   So wie Dichter Könige ohne Reich sind,
werden die Priester der Zukunft Priester ohne Kirche sein.

205   Dieses Buch ist das Dokument einer Entscheidung.
Er besteht darin zu bestehen. Auf sich.  «




Andreas Laudert, 
zitiert ( Auswahl VDL;  Quelle : Seitenzahl ) aus:
 
->   »Abschied von der Gemeinde«, Andreas Laudert 
       Verlag Futurum,  ISBN 978-3-8563-6223-2  

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Zum Selbstverständnis


Aus einem Interview mit dem »Großen«  *

 durch  Wolfgang Weirauch ( W.W. ) 

( »Flensburger Hefte« = aus dem Freundeskreis der »CG« )



Auszüge :

 

Zum Selbstverständnis der »Christengemeinschaft«

 

» Große:   Ich bin mit der Wirkung unserer bisherigen Schriften * * 
zur Christengemeinschaft sehr zufrieden. .. Die Gespräche wirken deutlich, auch wenn man so gut wie nicht öffentlich darüber spricht und sich in Schweigen hüllt. Von offizieller Seite wird darüber nicht gesprochen, was eine reine Machtfrage ist, denn in dem Moment, 
in dem man darüber sprechen würde, müsste man den Macht­anspruch, den man sich offiziell auferlegt hat, aufgeben, bzw. man müsste davon Abstriche machen. Dazu ist man noch nicht bereit. Denn dann müsste man auch eine gewisse Fehlbarkeit zugeben. 
Wer schweigt, kann sich hinter seiner Unfehlbarkeit verstecken.

 

W.W.:   Dazu müsste man sich allerdings zusätzlich auch anderen 
Quellen geistiger Offenbarung öffnen. Man muss ja nicht alles 
davon annehmen.

 

Große:   Das ist genau der Punkt, den euch viele vorwerfen, 
dass ihr euch durch die Gespräche mit geistigen Wesen 
anderen übersinn­lichen Quellen gegenüber öffnet.

In Bezug auf den Kultus herrscht beim »Siebenerkreis«
 (der oberste Leitungskreis  VDL ) der Christengemeinschaft 
der Alleinvertretungsanspruch.

Und da man sich für alles andere versperrt, 
 werden unsere Gespräche nicht akzeptiert. 

Es gehört zum Selbstverständnis der Christengemeinschaft, 
 dass der Siebenerkreis in Bezug auf Kultusfragen das letzte Wort hat. 
 Ob dies so richtig und zutreffend ist, kann ja jeder mündige Bürger 
 selbst beurteilen.

 

Veröffentlichung der Ritualtexte


W.W.:   1994 hat die Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung 
 die sogenannten Priesterzyklen der Christengemeinschaft, 
 mit den Ritualtexten, veröffentlicht. 

Hat sich ddurch an der Wirksamkeit der Ritualworte 
 objektiv etwas verändert? 

Haben sie dadurch weniger Wirksamkeit?

 

Große:   Nein. Hat sich an der Wirksamkeit des Vaterunser etwas verändert, nur weil es irgendwann aufgeschrieben worden ist? Nein.

... Dadurch, dass diese Texte unabhängig davon veröffentlicht worden sind, ändert sich daran nichts. Abgesehen davon gab es diese Texte auch schon vor 1994 in schriftlicher Form. ...

 

Derjenige, der den Text durch sein Studium kennt, kann bestimmte Passagen beim Sprechen im Kultus sehr viel besser mit seinem Bewusstsein durchdringen, vielleicht sogar erstmals wirklich aufnehmen. .. Die Bewusstseinsseele des Menschen kann erst dann einsetzen, wenn sie den Text auch wirklich verstanden hat. ..

 

W.W.:   Dann ist das vorherige Lesen der Kultustexte also ein Fortschritt im Sinne einer tieferen Durchdringung des Kultus?

 

Große:   Wenn man es richtig macht, ja. 

 

Warum verbieten?

 

W.W.:   Erfüllt es in irgendeiner Weise einen Sinn, zu verbieten, 
 diese Texte in einem sinnvollen Zusammenhang 
 schriftlich zu verbreiten .. ?

 

Große:   Ja.      W.W.:   Welchen?

 

Große:   Den Machtanspruch über diese Texte zu erhalten.

Einen anderen Sinn sehe ich nicht.  

Man kann natürlich einiges vorschieben .. Aber das ist nebensächlich. 
 Eigentlich geht es nur darum, die Machtverhältnisse in alten Bahnen zu belassen.

 

Neue Rituale

 

W.W.:   Derzeit gibt es in der Christengemeinschaft 
 sieben Sakramente. 

Wären eigentlich auch mehr möglich?

 

Große:   Ja.     

 

W.W.:   Könntest du dafür ein Beispiel geben?

 

Große:   Es gibt die Möglichkeit, dass man die sieben Sakramente 
zu zwölf Sakramenten erweitert.

Möglich wäre z.B. eine sogenannte Wiedertaufe 
 bzw. eine Erwachsenentaufe. ...

Es muss immer individuell angeschaut werden.  ... 

 

Macht in der »Christengemeinschaft« 

 

W.W:   Wie betrachtet ihr die Entwicklung der Christengemeinschaft heute? Auch mit Sorge?

 

Große:   Sorgen machen uns hauptsächlich die heute lebenden Menschen in der Christengemeinschaft, weniger die Gemeinde, sondern der Machtinstinkt vieler Pfarrer; aber nicht ausschließlich 
der Pfarrer, denn es gibt auch Gemeindemitglieder, die sich in 
Machtgerangel ergehen. Es gibt in der Christengemeinschaft 
wie überall Menschen, die von der Macht betrunken werden, 
wenn sie ihnen aufgedrängt wird, wenn sie ein entsprechendes Amt übernehmen wollen oder müssen. ...

 

W.W.:   Wie kommt denn das?

 

Große:  .. Es ist vielfach so, dass es sehr viele Menschen 
in den Gemeinden der Christengemeinschaft geben kann, 
die ihre Lebensverantwortung bei den Priestern abgeben.   ...

 

Meine Hauptsorge in bezug auf die Christengemeinschaft ist also dieser Machtzuwachs von den Amtspersonen, 
 nicht so sehr von den einzelnen Gemeindemitgliedern ..  
 Ahrimans Machtspiel ist eine echte, riesige Gefahr.  

In den Strukturen der Christengemeinschaft wird zuviel 
 auf die Macht gestellt.

Durch die Expansion der Christengemeinschaft 
 musste die Christengemeinschaft einen Verwaltungsapparat aufbauen; es blieb ihr nichts anderes übrig. .. 
 Aber in solch einem Apparat steckt wiederum die Macht. ...

 

W.W.:   Möchte Ahriman denn, dass dieser Kultus verschwindet?

 

Große:   Das schafft er nicht, aber er möchte ihn behindern. 
Er kann ihn gut behindern, indem er die Strukturen, die diesen Urkultus derzeit halten, mehr oder weniger auflöst. ...

 

W.W.:   .. Was wird dadurch bewirkt, dass in der Christengemeinschaft tendenziell einige Menschen, besonders im Bereich der Lenker, 
 aber auch einzelne in den jeweiligen Gemeinden, mehr Macht haben, bzw. Macht ausüben?  

Wie wirken solche Ausflüsse der Macht auf Menschen, 
 die neu an die Christengemeinschaft herantreten?

 

Große:   Sie werden abgestoßen.

 

... aber diese neu herantretenden Menschen sind dann in ihrem Ich verschreckt, und sie fühlen sofort, dass sie diese Art der Behandlung nicht wünschen, denn sie sind längst erwachsen. Sie sind keine Kinder mehr, denen man etwas vorschreiben muss. Man will selber ent­scheiden, was man fragt und was man nicht fragt, man will selber entscheiden ... 

Ein weiterer Punkt ist, dass sich in dem Moment, in dem sich Macht aufbaut, Gerüste ergeben. Und diese Gerüste neigen zur Versteifung, zum Altern, zum Festwerden. Diese Gerüste sind dann nicht mehr   

in der Lage, sich lebendig fortzuentwickeln, 
 sie kommen mit verschiedenen Entwicklungen nicht mehr mit 
 und nehmen keine neuen Gesten mehr auf.  ...

 

Wenn dies so geschehen würde, 
 wäre es ein enormer Sieg 
 für Ahriman. ...  «

 



 

Wolfgang Weirauch,  

zitiert aus:  

 

->   1)   »Fenster zum Kosmos«, 

       Flensburger Hefte, Sonderheft 39, S. 5-9,  ISBN  979-8-5067-1082-0

->    und  2)   »Hat die Christengemeinschaft eine Zukunft?

       Gespräche mit einem Geistwesen«, 

       Flensburger Hefte, Sonderheft 32, S. 21-25,  ISBN  978-3-9356-7977-0

 

*  » Der Große « :  Es gibt unterschiedliche Vorstellungen und Erfahrungen 
 mit diesem Wesen, das "Mitglied der Hierarchien" sein soll/ist.   
 Die "Methode" der Gespräche mit diesem Geist und über diesen 
 ist in diverse »Flensburger Heften« (Nr.79/80) dargestellt worden.  
 Als Vermittlerin/Übersetzerin wirkt insbesondere Verena Stael von Holstein. 

 

Die Übernahme der Zitate hier bedeutet nicht eine Anerkennung 
 des »Großen« durch mich (VDL) oder dem Forum Kultus.

 

**  Siehe  www.FlensburgerHefte-Shop.de     

 
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Für einen spirituellen Aufbruch 

 


Zuletzt hier  Werner Wecker,
 ('ehemaliger', weil nach Kritik suspendierter) Priester der »CG«, 
 der sich danach mit einer "freien" Gemeinde selbstständig machte :

 



Auszüge   (kursiv = Rudolf Steiner)

 

»  7   Das Leben hält Augenblicke bereit, in denen sich alles verdichten möchte. Am Krankenbett, im Gespräch, bei wichtigen Feiern 
des Lebens und Jahres.  Das sind Chancen.  Wenn sie von einem Einzelnen und in Gemeinschaft mutig, bescheiden und sicher aufge­griffen werden, ziehen höhere, befreiende Kräfte in den jeweiligen Zusammenhang ein. ...

 

9   Ein spirituell orientierter Aufbruch der Menschheit scheint dringend nötig 
und mit Hilfe der Anregungen aus Rudolf Steiners Forschung 
für ein befreiendes religiöses Wirken auch möglich. 
Lebendiges, echtes und freies religiöses Leben kann dabei 
dem Einzelnen und der Gemeinschaft entscheidend helfen. ..

' Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, 
 da bin ich mitten unter ihnen! ' ..

 

' Wohin Du gehst, wandelt Christus mit Dir! ..
 Fühle stets Seine Gegenwart .. Vollbringe nichts ohne dieses Fühlen! '
(aus der Priesterweihe der CG).

15   ' Es ist nun die Zeitaufgabe, dass vertraut wird auf die göttliche Harmonie. 
Und das, meine lieben Freunde, hat man absolut nicht verstanden 
in meiner 'Philosophie der Freiheit'. 
 Aber es ist etwas, was im aller eminentesten Sinne verstanden 
 werden sollte in der Gegenwart. In meiner 'Philosophie der Freiheit' baut auch das Rechtsleben auf den völlig aus sich heraus wirkenden individuellen Menschen...

17   Sie müssen sich das freie Wort erkämpfen, sodass Ihnen ..
 niemand hereinzureden hat, dass es keine Norm gibt ..
 Das ist dasjenige was Sie sich erkämpfen müssen.
'  

(Rudolf Steiner, GA 342, 5.10.1921)

18   Eine Zukunftshoffnung liegt aber in den Tiefen des einzelnen Menschen:
Es möge sich eine freie und freilassende Herzenskultur weiter entwickeln
und die Kraft in die Welt tragen, die 
' den Menschen wirklich dazu bringt, dass er aus seinem Innersten heraus spricht.
Dann kommt nicht durch seinen Willen, sondern durch die göttliche Welteinrichtung
die Harmonie unter die Menschen.
'

(Rudolf Steiner, GA 342, 13.6.1921)

34   Dann werden wir die Menschen finden, mit denen wir an jenem Aufbruch mitwirken können, der in den Herzen der Menschen 
sich bereits ereignet.  Dabei müssen wir lernen zu ertragen, 
dass jene Mächtigen oder Amtsapparate, die in der alten Lebens­haltung verharren 
oder wieder zurückfallen, uns deswegen ausgrenzen, lächerlich machen .. 

 

Institutionalisierung statt Individualisierung

 

Mit der Begründung der »Christengemeinschaft« kamen engagierte Menschen zusammen, um neue Wege zu suchen und zu gehen ... (VDL)

 

130   Und so kam es dann, dass im Begründerkreis, und besonders später,  jene Menschen zusammen kamen, die nicht primär engagierte Leiter freier Gemeinschaften werden wollten, sondern mehr eine alte Art des Pfarramtes mit anthroposophischem Hinter­grund ausleben wollten. Es entstanden kaum große, lebendige, innerlich freie, brüderliche Gemeinden, 
die eine starke Ausstrahlung 
in die Welt-Ereignisse hätten haben können. Es entstanden kaum echte Gemeinden, 
die sich als Brüder aus ihrem Innersten wirkend und sprechend erlebten. .. 

 

Bald nach der Begründung begannen schon die Ausschlüsse 
 von Priestern. Dabei traf es vor allem jene, die einen starken Enthusiasmus für religiös-soziales Wirken, Ich-findung, Brüderlichkeit, Meditation hatten und ursprünglich 
auch leitende tätig waren. 

 

Problem Hierarchie 

 

143   Vieles aber wurde im Keim erstickt 1) . 

So manches litt unter der Wucht der 'Organisation' und ihrer autoritären Führer 2) ,  weiteres wurde ins Gegenteil verkehrt 3) . 

 

150   Streit wie auf alten Konzilien 4) (Husemann) :  'Es wurde namenlos gestritten .., mit Erregung, mit Temperament, mit Einsatz der Persön­lichkeit.'   

151  ' Also bei Ihnen kommt man ja in die Zeit der alten Katharer! .. Nein, Sie waren .. auf der anderen Seite! ' Rudolf Steiner, 5)  ..

Es gab erhebliche menschliche Polaritäten und Gegensätze im Kreis der Gründer. 6)  .. Der Kreis wäre bereits im März 1922 bei einer seiner Versammlungen in Berlin zerbrochen, wenn Rudolf Steiner den enga­gierten Mitarbeitern im Einzelnen nicht konkret geholfen hätte. 7) ..

Aus der freien Aufbruchstimmung unter den Beteiligten entstand bald schon, mit großer Willenskraft besonders durch Emil Bock und Gottfried Husemann vorangetrieben, eine zunehmend straffer organisierte "Kirche" nach evangelischem und katholischem Vorbild. ..

Und bereits im Jahr 1928 wurde der um das 'johanneische' Christen­tum ringende Klein, sowie 1933 die sozial-religiös engagierte Gertrud Spörri 8), .. von den Funktionsträgern der begründeten Kirche aus dieser ausgeschlossen. ..  Er (Husemann) machte mit Emil Bock aus der religiösen Aufbruchsbewegung im Geiste des Johannes und des befreienden Heiligen Geistes, wo jeder lebt wie ein aus frischem Wind Geborener, eine straff geführte Kirche - oft katholischer als die katholische Kirche.


Ausblicke

 

10   Doch mögen die Anregungen * Steiners viele Menschen begeistern, sich immer neu auf- und auszurichten, 
den nötigen Menschheits-Aufbruch zu wagen, 
ihn in kleinen Gruppe zu erproben und sich vorzubereiten für die Zeit, da es vielleicht auch im Großen eine neue Chance gibt, drohendes Elend von der Menschheit und der Erde abzuwenden. «

 

Aus dem Ernst der Zeit 

muss geboren werden der Mut zur Tat!      Rudolf Steiner

 

 




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Anmerkungen  (W.Wecker) :

 

1)   S.u.a.: Lilli Kolisko, Eugen Kolisko - »Ein Lebensbild. Ein Stück Geschichte 
 der Anthroposophischen Gesellschaft«, Selbstverlag, 1961.

2)   Der tief bewegend spirituell sprechende Pfarrer Dr. Friedrich Benesch 
 war zuvor in der SS in Siebenbürgen an führender Stelle tätig und gab sein 
autoritäres Verständnis von Führung, Leitung und Amt nach dem Krieg 
 im Einklang mit Gottfried Husemann und dem Kirchenführer Emil Bock 
 am Priesterseminar der »Christengemeinschaft« in Stuttgart den künftigen Pfarrern weiter.  

Ein Artikel von Thomas Reinsperger über Beneschs Art zu wirken war am 28.1.2022 
im Internet:  www.docplayer.org/23926206-Der Holocaust-in-Siebenbuergen. html .

3)   Vgl. Andreas Laudert, »Abschied von der Gemeinde«, Basel, 2011.

4)   Hans-Werner Schroeder, »Gottfried Husemann«, Stgt, 2002, S.28 .

5)   Ders., a.a.O., S.249 .

6)   Vgl.Rudolf Gädeke, »Die Gründer der Christengemeinschaft«, Dornach, 1992.

7)   Ders., a.a.O., S.27 .

8)   Neben Rittelmeyer die entscheidenden Gründungsmitglieder der »CG«. (VDL)

 

Werner Wecker,  

zitiert ( Auswahl VDL;  Quelle : Seitenzahl ) aus:

 

->   »Für einen spirituellen Aufbruch«,  Werner F. Wecker,

        BoD-Verlag,  ISBN 978-3-7568-2058-0   

 
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Fehleinschätzung

 

» Rittelmeyer hatte erwartet, dass die 'Christengemeinschaft' 
 nach zehn Jahren die anderen Kirchen abgelöst haben würde. «  

 

Frank Hörtreiter,  
zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und Priester 
der »Christengemeinschaft«,  in »Anthroposophie«, Ostern 2025, S.81. 

 

.. statt dessen blieb die »CG« quantitativ unbedeutend 
 .. wer kam, das waren dann - kontraproduktiv - die "Anthroposophen",
 die ihre eigenen Hausaufgaben - einen »spezifisch anthroposophi­schen« Kultus auszubilden - nicht aufgriffen... und so an der »Frucht­losigkeit« der »CG« - immer noch - mitwirken .. 

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Rudolf Steiner 

zur Klientel der »Christengemeinschaft«

 

Ich deutete darauf hin, wie es also Bevölkerungskreise gibt, 
 die nicht innerhalb der anthroposophischen Bewegung stehen, 
 die auch zunächst keinen Weg finden aus der Verfassung ihrer Seele, aus der Verfassung ihres Herzens heraus zur anthropo­sophischen Bewegung hin.  ...

 

.. es gibt sehr zahlreiche Menschen, welche den angedeuteten Drang und Trieb nach einer religiösen Erneuerung haben, namentlich nach einer christlich-religiösen Erneuerung, 
 und die einfach dadurch, dass sie in gewissen Kultur­zusammenhängen drinnen stehen, den Weg in die anthropo­sophische Bewegung nicht finden können. ...

 

.. welche durch Gemeindebilden, im Zusammenarbeiten innerhalb der Gemeinde, einen andern Weg gehen müssen ...

 

Nebenher, so meinte ich dazumal, könne eine solche  Bewegung für religiöse Erneuerung gehen, die ganz selbstver­ständlich für diejenigen, die in die Anthroposophie hinein 
 den Weg finden, keine Bedeutung hat, sondern für diejenigen, die ihn zunächst nicht finden können.  
 Und da diese zahlreich vorhanden sind, ist natürlich 
 eine solche Bewegung nicht nur berechtigt, sondern auch notwendig.  ...

 

Aber nach jeder Richtung hin muss diese Bewegung 
 für religiöse Erneuerung von Menschen getragen werden, 
 die noch nicht den Weg in die Anthroposophische Gesell­schaft hinein selber finden können durch die besondere Konfiguration und durch die Anlage ihres Geisteslebens.  ... 

 

Wenn diese Voraussetzung nicht gewesen wäre, 
 so wäre durch meine Ratschläge die Bewegung für religiöse Erneuerung niemals entstanden. ...

 

Rudolf Steiner, 30.12.1922  -  Siehe hier den vollständigen Vortrag S. 747 !
 


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Ohne Information keine Entscheidung

 

Warum diese "Kritik" hier ?

 

Warum blicken wir hier - in der Darstellung eines » freien christlichen Impulses heute « - derart oft auf die Kirche» Die Christengemeinschaft «  

( folgend auch hier: »CG« )?

 

Nein, wir sind keine "Gegner" der »Christengemeinschaft« !

Wir sind Befürworter ihrer ursprünglichen Aufgabe und Konstitution,
insbesondere der als »Vorschule zur Anthroposophie« !

 

Und hier liegt ja die Tragik.

 

Denn es stellte sich heraus, dass die vorgesehene Klientel 
 aus den großen, traditionellen Kirchen nicht kam, 

denn die wollte nicht in eine "Anthroposophen-Kirche".
 "Die Anthroposophen" aber, die ihre eigenen kultischen Hausaufgaben nicht gemacht hatten, die kamen in die »CG«.

Und die »CG« - in Existenznot - ließ dies zu, denn ohne diese 
 wäre die dramatische und tragische Alternative gewesen, 
 die »CG« mangels Mitglieder wieder zu schließen ...

 

Das aber hatte Folgen, indem man damit an der (von Steiner prophezeiten 30.12.1922 )  »Zertrümmerung und Zerschmetterung .. 

an der Fruchtlosigkeit .. am Untergang«  beider Bewegungen 

( der Anthroposophischen Gesellschaft UND der »CG« ) mitwirkte ...  R.St., 30.12.22 

 

So blieb die »CG« bis heute eine quantitativ und gesamtgesellschaft­lich unbedeutende - wenn auch spirituell »erneuerte«, aber doch - »Sondergemeinschaft« (Neudeutsch für »Sekte«) .

 

Und weiterhin wird der  kontraproduktive Monopolanspruch 
 der »CG - meist unwidersprochen - geltend gemacht.

 

Zur Jahrtausendwende widersprach dem der »Initiativ-Kreis Kultus« 

(die Bezeichnung des »Forum Kultus« in den ersten Jahren) 
und ergriff die von Rudolf Steiner erfassten sieben Sakramente, 
nun wieder und neu 
als einen freien, »spezifisch anthroposophischen« Weg;

und wurde damit für die »CG« zum »Gegner« ...

 

Dass Anthroposophen kultisch / sakramental eigene Wege 
 gehen wollen .. das muss verhindert werden..

Und weil deshalb von dieser Seite immer wieder versucht wird,
 uns - einen freien Weg - zu be- und verhindern, muss - zumindest - darauf 
und insbesondere auf Desinformationen reagiert 
und Uninformiertheit aufgeklärt werden; 

 

vor allem aber, weil die Zukunft die Fragen stellt, 

Fragen nach einem not-wendenden, zeitgemäßen Christ-Sein ..
 auf die wir zu antworten haben! 

Die 'Freiheit des Christenmenschen' darf nicht verhindert werden!

 

VDL

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tragisch - dramatisch ...



Oft wird auch die Frage gestellt,
warum die "Christengemeinschaft" ein Monopol
auf ein anthroposophisch sakramentales Handeln beanspruche,
warum sollen nur amtskirchlich geweihte "Priester" Sakramente spenden .... ?  :

Warum eigentlich Monopol ?

 

Nicht nur weil frei christlich handelnde Anthroposophen
"unberechtigt handelnde Nicht-Geweihte" seien, 
die Antwort ist dramatischer  :

 

Ohne die Anthroposophen- und Waldorf-Scene
(aus der fast die gesamte Mit­gliedschaft stammt)
würde die "Christengemeinschaft"  - nach 90 Jahren immer noch
eine unbedeutende "Sondergemeinschaft" -  quantitativ nicht existieren können, 
bzw. gar nicht mehr existieren... 

Das wurde verschiedentlich so ausgedrückt:  "Es kommt sonst keiner." ...

 

Die traditionellen Kirchen sind für die anthroposophische Scene
in der Regel keine Alternative
und stellen so auch für die "Christengemeinschaft" keine Konkurrenz dar, 
aber eine kultisch und sozial sogar noch fort­ge­schrittenere und freie,
"spezifisch anthroposophische" Kultus-Alternative
und dazu noch mit den gleichen Texten,
das könnte anthroposophische Mitglieder abziehen
und quan­titativ, finanziell existenziell bedrohlich werden;
d.h. die "Christenge­meinschaft" wäre als Institution
ohne diese Scene nicht mehr finanzierbar. 

 

Das anthroposophisch gesinnte Klientel muss sie sich also erhalten,
denn außer­halb davon finden sich auch heute noch viel zu wenige (real fast gar keine)
An­hänger, denn dort ist man als "anthroposophische Sekte"
oder "Anthroposophen-Kirche" etikettiert, ignoriert und abgelehnt. 

Das ist ein Circulus vitiosus ("Teufelskreis");
denn der Nichtanthroposoph, der freiheit­lich strebende, ökumenisch gesinnte
und esoterisch tiefer suchende Christ (den Rittelmeyer und Steiner mit der Begründung
im Auge hatten !)  will ja nicht in eine "Sekte" = "Anthroposophen-Kirche" ... 
also bleiben die "Waldorfs" ... 

 

Wie fast überall, wird das Problem zusätzlich und drastisch verschärft
durch die Überalterung
... umso wichtiger, dass alle bleiben ...

 


Verunsicherungen

 

Jahrzehnte war die "Christengemeinschaft" selbstverständlich Anthroposophen-Kirche 
und nicht in Frage zu stellen.

Die Monopolisierung und Tabuisierung [4] der Thematik
- bevor das "Forum Kultus" sie nun aufgriff -
führte zu einer großen Verunsicherung und Uninformiertheit
weil sich oftmals tendenziöse Argumente kontextfrei, irritierend, deplatziert
und des­informierend verbreitet finden.  

 

Das geschieht aber eben auch, weil die bittere Wahrheit: 
als "Anthropo­sophen-Kirche" kontraproduktiv, entgegen dem Gründungsimpuls zu wirken, 
ver­drängt wird und - s.o. - aber auch nicht thematisiert werden kann. 

So bleibt der Leser gutgläubig uninformiert, unkritisch.. und erhalten ...

 

Dies zeigt die Signifikanz der vorhandenen Sorge 
vor einer langfristig ggf. doch existenziellen Gefahr, 
die durch eine kultische Eigenständigkeit von Anthropo­sophen drohen könnte ...  

 

Ein Tragik, die hier nicht weiter vertieft werden kann und soll ...   






Und doch - hier zum Schluss - nochmals :
Wir sind keine "Gegner" der "Christengemeinschaft" !!! :
Es sind einfach diametrale, unterschiedliche Wege ...
Doch :  Jedem seinen Weg !


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[1]     Siehe Zeitschrift "Das Goetheanum", 1999.
[2]     Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift "Die Drei" 2/1999.
[3]     Verschiedene hier wiedergegebene Einstellungen / Einschätzungen / Aussagen 

der "Christengemeinschaft", d.h. aus deren Hierarchie/Priesterschaft, 
wurden/werden nicht öffentlich erhoben/publiziert/kommuniziert,
sind aber - mir (VDL) vorliegende - Interna von Informanten (Priestern/Funktionsträgern/Mitgliedern) aus der "Christengemeinschaft",
die selbstver­ständlich (!) nicht genannt werden wollen und dürfen...   
Ob die Kritik der "Christengemeinschaft" un-/berechtigt ist,
ersehen und beurteilen Sie selber, ..auch aus dem hier Vorgetragenem!
[4]     "Es ist ein furchtbar starkes Werben da, das autoritativ wirkt ..."
(Marie Steiner, Dreißiger-Kreis, 13.2.1923) /
"... sie wollen jeden haben. Die haben keinen Grund Klar­heit zu schaffen." 
(Rudolf Steiner, 9.12.1922, "Zur religiösen Erziehung ...") /
"die grasen ab, ihrerseits ..."  (Rudolf Steiner, GA 300b, S. 227). 



FORUM FREIER CHRISTEN

Zur Freiheit des Christen-Menschen

Die Empfehlungen und die Praxis Steiners
zeitweise die "Christengemeinschaft" zu bitten,
auch für die 'Anthroposophen',
war eine pragmatische Ausnahme
für die damals tragischerweise alternativlose Zeit !
Info-Buch "Die Sakramente..."

frei + christlich