FAQ 

Frequently Asked Questions

Häufig gestellte Fragen



F A Q



Ihre Fragen 
zur  "Christengemeinschaft"

und Kritik konkret  aus der "Christengemeinschaft"  




Immer wieder tauchen fast gleiche Fragen auf.

Und oft hatten Freund*innen, bevor sie im Forum Kultus nachfragten,
Informationen von Priestern der / bzw. aus der "Christengemeinschaft".
Dann kommt zu mir die Frage: Stimmt das so ?
Es sollen nun hier keine unguten Kontroversen geschürt,
sondern lediglich immer wieder gestellte Fragen 
- aus meiner / unserer Sicht - beantwortet werden

( ... das erspart dann viiiel eMail-Verkehr ... ;-) , 
auch wenn hier nur exemplarisch die häufigsten herausgegriffen  sind.


Argumente aus der "Christengemeinschaft"  sind folgend mit " CG " gekennzeichnet,
und Antworten aus unserer Perspektive ( Forum Kultus) mit " FK " :   

 



Ein fast immer anzutreffendes  Argument ist :

" Die Sakramente gehören 
  der 'Christengemeinschaft' "


 

CG  :    
Die (ursprünglich laienpriesterlich gegebenen und gehandhabten) Sakra­mente
(vor allem Taufe, Trauung, Bestattung)
seien mit Begründung der "Christen­gemeinschaft"
an diese übergegangen
und deshalb nur noch durch amtskirchliche Priester (der "Christengemeinschaft") 
berechtigt zu spenden. 

 

FK  :   
"Es ist niemals für die Rituale, die für die Schule da sind,
etwas ausgesprochen worden, dass sie der Priesterschaft gehören."
(Rudolf Steiner, 9.12.1922, "Zur religiösen Erziehung...", 1997, S.174).   

Im gesamten Werk Steiners ist eine Rechtfertigung für einen Monopolanspruch der CG
auf ein sakramentales Handeln, oder ein (auch spirituelles) Eigentum
an den von Steiner ge­fassten Sakramentstexten nicht gegeben
( Laut vorliegendem Schreiben der Rudolf Steiner Nachlass­verwaltung! )
( Die Texte "gehörten" - juristisch - der Nachlassverwaltung
d.h. sie sind inzwischen, nach Ablauf des Urheberschutzes, sowieso "frei" ! )  
Das betrifft prinzipiell alle Steinersche (Sakraments-)Texte, 
auch Taufe, Trauung, Bestattung!

 

"Die Autoren (die Christengemeinschafts-Priester Gädeke
in ihrem Buch "Die Fortbildung der Religion...")

vertreten hier die Meinung, die sich im Gesamtduktus deutlich zeigt,
dass die Religion inner­halb der anthroposophischen Gesamtbewegung
von der Christengemeinschaft repräsen­tiert wird. ... 
Dass von der Dreiheit Wissenschaft - Kunst - Religion
mit der Begründung der Christengemeinschaft die Religion
an diese gewissermaßen übergeben worden sei,
be­zeichnet Rudolf Frieling (damals "Erzoberlenker" der Christengemeinschaft - VDL ) 1984
ausdrücklich als ein 'Missverständnis' ... "   
(Michael Debus, em. Leiter des Priester-seminars der Christengemeinschaft in Stuttgart, 
in "Anthroposophie und Religion - Eine notwendige Ergänzung zur Gädeke-Studie",  
in: "Mitteilungen ..." der Anthroposophischen Gesellschaft, Nr. 178, IV/1991, S. 274-276).


 
________________


CG   
Ausnahme seien die von Rudolf Steiner den Waldorfschulen gegebenen
"freien christlichen Schulhandlungen"
(die dann fast wortgleich später auch die "Christengemeinschaft" bekam),
allerdings weil diese  nur "Rituale"  seien 
und deshalb von "Laien" handhabbar; 

denn Sakramente seien prinzipiell nur dann "Sakramente",
wenn sie durch kirch­lich geweihte Priester innerhalb einer Kirche vollzogen werden.  
Im "Forum Kultus" seien aber nur "Laien". 

 

FK  :   
Die der Waldorfschule gegebene "Jugendfeier" und die "Opferfeier" sind "Sakramente" (siehe auch hier die Seite "Kultus...").
Diese gab Steiner zum voll wirksamen Vollzug"nicht (mehr)-priesterlich",
den "nicht geweihten" (= "Laien") Reli­gionslehrern.  



________________

 

CG  :
Somit seien nicht kirchlich geweihte Anthroposophen 
nicht zum sakramen­talen Handeln vorgesehen, dazu nicht berechtigt 
und nicht in der Lage. 


FK  : 
s.o.   


________________


CG  :
Rudolf Steiner selber habe deshalb die "Christengemeinschaft" 
für Bestat­tungen von/den Anthroposophen empfohlen 

und sei zudem selbst von ihr bestattet worden. 

 

FK  : 
Dass Rudolf Steiner von der CG kirchlich
und nicht von Anthroposophen "spezi­fisch an­throposophisch" bestattet wurde,
war nicht sein Wille, bzw. Auftrag,
sondern wurde von seiner Umgebung (u.a. von Rittelmeyer [Erzoberlenker der CG] )
dann einfach vorge­nommen und gehörte zu den damals vielen Unklarheiten
und Unstimmigkeiten
( Lt. Roland Halfen, Leiter des Rudolf Steiner-Archivs, an das Forum Kultus, 3.10.2016.) 
 
Siehe unten Absatz "Suggestive Interpretationen" !



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CG  :
Die Existenz und ein Monopol der "Christengemeinschaft" als Wächter der Sakramente
sei notwendig (siehe den "Missbrauch" = Benutzung durch Nichtgeweihte),
damit die Sakramente wirksam und berechtigt stattfinden könnten 
und die richtige, allein wirksame Ausführung, nämlich durch allein kirchlich Geweihte, 
garantiert werde.

Weil der wirksame Empfang von Sakramenten nur innerhalb einer "Kirche"
und nur durch kirchlich-institutionell geweihte Priester möglich sei,
jedoch das spirituelle / geistige Niveau der traditionellen Kirchen
dem Anthroposophen nicht gemäß wäre,
sei praktisch allein die "Christengemeinschaft"
für jeden Anthropo­sophen der zutreffende Ort.


FK  : 
Die "Christengemeinschaft" war als "Vorschule" gedacht, 
für diejenigen, die den Weg zur Anthroposophie noch nicht finden können... 
also nicht für Anthroposophen selbst.  

( Siehe hier die Seite "Anthroposophie und Kirche"!)



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CG
 

So kommen fast alle Mitglieder der "Christengemeinschaft"
aus der Anthropo­sophen- und Waldorfszene,
während die Mitgliedschaft von Anthroposophen in den traditionellen Kirchen
irrelevant ist. 
Somit entspräche man den Bedürfnissen der Anthroposophenschaft;
auch diesbezüglich seinen also "freie Sakramente" nicht nur unberechtigt,
sondern auch überflüssig 

( Siehe z. B. Michael Debus, Gundhild Kacer: "Das Handeln im Umkreis des Todes ..", 1999, 
S. 9ff. und Wolfgang Gädeke, em. "Lenker" der "Christengemeinschaft" in Flensburger Hefte, So.heft 9, S. 67. )

 
FK  : 
Das ist eben kontraproduktiv ....
Siehe dazu hier unten:  "Zertrümmerung"  und  "Monopol" .


___________________


CG  :
Weil die "Hausaufgabe" der Anthroposophen: 
einen spezifisch anthroposophischen Kultus-Weg weiter auszu­arbeiten 
nicht erkannt und gemacht wurde  .. 
blieb  - um ein not-wendiges kultisches Leben 
innerhalb der anthroposophischen Bewegung 
aufzubauen und überhaupt stattfinden zu lassen -  
nur die CG ...

 

FK  : 
Das ist allerdings tragisch ... Denn, wie Rudolf Steiner (am 30.12.1922)
das drastisch ausdrückt:
"Wenn er dieses tut, so arbeitet er an zweierlei:
erstens arbeitet er an der Zer­trümmerung und Zerschmetterung
der Anthroposophischen Gesellschaft,
zweitens arbeitet er an der Fruchtlosigkeit der Bewegung für religiöse Erneu­erung.  ... "

Intern  [3]  wird vor einer sakramentalen ("freien christlichen") Aktivität
der/von Anthroposophen ge­warnt.
Da fast alle Mitglieder aus der Waldorf-/Anthroposophen-Scene kämen,
wäre ggf.. die Existenz der "Christengemeinschaft" nicht mehr finanzierbar
(die schon äußerst angespannt ist),
würden  diese aufwachen und der "Christengemeinschaft" doch den Rücken kehren...
(siehe unten "Monopol") 
Deshalb müsse kategorisch gegen ein "freies, sakramentales" Handeln 
von Anthroposophen argumentiert und ggf. vorgegangen werden ...   

 

Und das ist dann eben tendenziös, manipulativ ...  :


 


Suggestive Interpretationen    

 

Es wird z.B. auch immer wieder Rudolf Steiner 

oft kontextfrei / im falschen Zusammenhang zitiert

( hier beispielhaft aus GA 345, 2.Vortrag, 12.7.1923, insbesondere  S. 34-35 und S. 44 ) :

 

CG 

"Denn tritt heute (damals !) der Fall eines Begräbnisses ein,
dann ist doch eben die religiöse Gemeinschaft (CG) für das Kultische aufgerufen." (S. 34)

FK  :   

Für wen ?? :   für die "Doppelmitglieder", individuell für bestimmte Anthroposophen,  
oder gar prinzipiell für ALLE Anthroposophen,  oder für jedermann ?  

Hier (in GA 345) belehrt er die Priester der CG über deren Umgang mit einem damals
noch unausgegorenen Alltag. 
Es geht hier nicht prinzipiell um die Anthroposophenschaft!  

Denn - siehe 30.12.1922 - es ist nicht die Aufgabe der CG 
die Anthroposophen zu bedienen, 
die CG war/ist nicht für die Anthroposophen konzipiert.

 

Einige Sätze weiter (S. 34) schränkt Steiner diese Feststellung auch wieder ein,
bzw. konkre­tisiert sie : 
derjenige, "der Anthroposophie sucht ... dass man es ihm überlassen muss,
inwie­fern er den Kultus (der CG -VDL) sucht.."  

 

Der Anthroposoph kann sich zur CG hinwenden, muss (und sollte?) das aber nicht. 

Schon das Prinzip der Religionsfreiheit verbietet eine Grundsatz-"Empfehlung". 

Das obige Zitat bezieht sich also vor allem und prinzipiell auf diejenigen Anthroposophen ("Doppelmitglieder"), die ihre religiöse Heimat in der "Christengemeinschaft" haben, 
es kann aber nicht generell verallgemeinert werden. 

Denn ist er Mitglied dieser Kirche: dann ist er selbstverständlich auch aufgefordert 
diese selbst gewählte, SEINE Kirche in Anspruch zu nehmen;  

oder es ist aus höherer, karmischer Einsicht (die Steiner hatte) 
gerade für ihn in der momen­tan gegebenen, individuell speziellen Situation sinnvoll, 
auch ohne Mitglied zu sein,  die CG zu bitten. 

 

Denn die Gründungsgewalt mit der die "Christengemeinschaft"
in die anthroposophische Be­wegung drängte, verdrängte alle Alternativen.  
Wollte man einen Bestattungs-Kultus, der anthroposophisch vertieft gefasst war, 
blieb damals nur die "Christengemeinschaft".   

Für bestimmte Verstorbene war es aber wichtiger
einen geistgemäßen Kultus zu bekommen,
als gar keinen .. 
Und dementsprechend - ja nicht bei jedem ! - verwies Steiner 
individuell (und ausnahmsweise) auf die "Christengemeinschaft".  

 

Das Gleiche gilt für die Aussage Rudolf Steiners (S. 44)  : 




CG  :  

"Ich werde nie wieder bei einer solchen Gelegenheit,
wo die sozialen Verhältnisse durch den Kult (der CG VDL)  geheiligt werden sollen,
etwas vor­nehmen, ohne dass der Vertreter der religiösen Bewegung (CG VDL) mitwirkt.  

Bei Begräbnissen spreche ich nicht mehr allein, ohne einen Priester. 

Der Kult (der CG -VDL) muss verrichtet werden (durch Priester der CG -VDL) .."

 

FK  :
Das ist eine Äußerung Steiners als "Nichtpriester"
gegenüber einem auch von ihm zu respektierenden, klerikalen System. 
Rudolf Steiner betonte, dass er (als Eingeweihter und Geisteslehrer)
prinzipiell nicht kirchlich-sakramental tätig sein wolle und dürfe.  

"Ansprachen" hielt er weiterhin.

 

Wiederum - s.o. - :   Es blieb damals, aufgrund des Monopols, 
nur die "Christengemeinschaft"..., 

wenn eine kirchlich-sakramentale Bestattung überhaupt stattfinden sollte... 

 


Die Empfehlungen und die Praxis Steiners 

zeitweise die "Christengemeinschaft" zu bitten, 
war eine pragmatische Ausnahme 
für die damals - tragischer Weise - alternativlose Zeit !

 

Und lange Jahrzehnte wurde dann die eigene Hausaufgabe, 
die Entwicklung eines "spezifisch anthroposophischen" Kultus-Weges, 
liegengelassen ...

 

Doch heute haben wir diese Alternative wieder !  

Anthroposophen - als freie Christen - müssen nicht mehr
in die "Vorschule zur Anthroposophie" gehen, 
um die Sakramente in der Fassung und Tiefe Steiners in Anspruch nehmen zu können  .. 
wir sind nun frei ...  

 


Trotzdem und prinzipiell :  Jeder sollte seinen  ihm gemäßen Weg  gehen !  :

 

"Geh einfach Gottes Pfad .. 
so gehst du recht und grad!"  


Aus der Praxis :
Konkretes, typisches Beispiel 




Weil auch Fragen nach konkreten Beispielen gestellt werden,
hier 
aus dem Kreis der obersten Hierarchie der Kirche "Die Christengemeinschaft"

- persönlich! (offiziell als Körperschaft oder Gremium wird in der Regel nicht reagiert) -

an den Förderkreis Forum Kultus :

 

( Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hier ohne Namen und Datum.

Das Original liegt vor, hier unveränderte Abschrift. )

 

 

 

Geehrte Mitglieder des Förderkreises Forum Kultus,

 

Ihre Anzeige im INFO 3 im Namen einer sogenannten Freien Christlichen Arbeitsgemeinschaft geht am ethischen Impuls zu einer moralischen Intuition 
grundsätzlich vorbei. 
Es ist das Gegenteil einer moralischen Intuition die Sie vertreten, 
da schon Rudolf Steiner keine laienpriesterliche Taufe oder Trauung oder Bestattung formuliert hat. 
Er hat dies ausschließlich für die Opferfeier getan, für die die Anthroposophische Gesellschaft zuständig ist. 
Aber die Taufe und die Trauung und die Bestattung sind dem geweihten Priestertum anvertraut, das die Christengemeinschaft pflegt und verwaltet. 
Der verleumderische Charakter, Ihren Impuls mit Rudolf Steiner in Beziehung zu setzen, 
ist ein grundsätzliches Problem, das weder frei noch christlich ist 
und auch nicht auf Rudolf Steiner bauen kann, sondern ihn im Gegenteil verleumdet. 

 

Mit der Bitte um Verständis für diese Zeilen.

 

Name

 

 

 


Und hier der Versuch einer Antwort :



( Unveränderte Antwort : )



Verehrter   XXX  !

Haben Sie Dank für Ihr Schreiben vom   xxx !

Ich kann Ihre Sorge verstehen ...

Allerdings beruht diese auf eine Uninformiertheit Ihrerseits.

Ich denke aber, dass hier und heute nicht der Raum ist, um Sie von der Unrichtigkeit 
Ihrer Bedenken zu überzeugen und meine/unsere Sicht der Thematik zu erklären ?

Ich kann nur so viel sagen, dass leider kein Satz von Ihnen stimmt.

 

Geht es wirklich um die Notwendigkeit einer amtskirchlichen Weihe, Berechtigungen, Besitzansprüche an bestimmte Texte, Dogmen, Ämter/Hierarchien, Institutionen, ... ?

 

Denn was ich immer wieder von Ihren Priester-Kollegen (nicht öffentlich) höre, 

ist die - allerdings unnötige - Sorge, dass die Anthroposophen - angeregt von unseren Fragen - nun "aufwachen" und der "Christengemeinschaft" davon laufen könnten;
und dass man das verhindern müsse, vor allem indem unsere Fragen
nicht an Ihre Mitglieder dringen ...

 

Denn das Problem ist ja, dass die "Christengemeinschaft" nicht für "die Anthroposophen" begründet wurde, sondern gerade für diejenigen, die noch "nicht in der Lage sind,
unmittelbar den Gang zur anthroposophischen Bewegung anzutreten" (R.St.),
sozusagen als "Vorschule" zur Anthroposophie (R.St.) ... 

Nun kam diese Klientel aber nicht ... und so blieben nur die Anthroposophen .. 
bis heute bezieht die "Christengemeinschaft" den allergrößten Teil ihrer Mitglieder 
aus der Anthroposophen- und Waldorfscene ... 

Blieben diese weg  - weil sie selbstständig kultisch handeln würden
und das noch mit fast gleichlautenden Texten
und die traditionellen Formen in Frage stellten - 
was bliebe dann  (quantitativ) noch von der "Christengemeinschaft" übrig

 

Ja, das ist ein einsehbarer und eben immer wieder aus Ihren ! Priesterkreisen
(mir/uns) vor­gebrachter Grund, 
gegen ein eigenständiges, kultisches Wirken von Anthroposophen zu sein ,

...  wenn denn "die Anthroposophen" aufwachen würden !

Aber .. da brauchen Sie ja eigentlich keine Sorgen zu haben ... : 
in der großen Mehrheit "schlafen" "die Anthroposophen" diesbezüglich tief !

Wer sich aber wehrt aufzuwachen, den wollen auch wir nicht dazu zwingen ...  


Haben denn Sie sich schon einmal gefragt, ob nicht auch Sie (als  xxx ) 
uninformiert sind und Desinformation betreiben, 
wenn Sie meinen, dass dem Impuls und der Aufforderung Steiners 
zu einem laien­priesterlichen Handeln zu folgen, 
eine "Verleumdung Rudolf Steiners" sei ?

Ist dieser Begriff nicht eher auf "Die Christengemeinschaft" anzuwenden,
die z. B. als "Anthroposophen-Kirche" ihren Gründungsauftrag nicht nur nicht erfüllt
und damit der Menschheitsentwicklung kontraproduktiv Not-wendiges entzogen hat,
sondern auch Steiner ignoriert, der eben nicht Anthroposophen als Regelmitglieder 
in Ihrer Kirche haben wollte ...
sondern diese als "Vorschule" zur Anthroposophie konzipierte ??

 

Aber ... :  "Jedem seinen Weg !"  ?

Denn es hat ja doch ein jeder überzeugt seine für ihn stimmigen Argumente ... !

Und ein jeder will ja dem Guten dienen (auch wenn Sie das uns/anderen absprechen) !  

Dabei sind wir selbstverständlich alle nur Strebende .. und deshalb auch oftmals Irrende.. 

Aber es brennt doch in uns alle ein Feuer der Begeisterung :  IHM zu dienen... !

Wir sind doch alle sehr verschieden, auch in unserer anthroposophischen Bewegung...
Und so gibt es auch unterschiedlichste Bedürfnisse, aus tiefsten Herzen,
aus tiefster Überzeugung; 
und deshalb brauchen wir auch unterschiedlichste Wege, hin zu IHM ...

Eine einzige, "allein selig machende Kirche", einen einzigen Weg für Alle 
kann es deshalb nicht geben ...  
(Und so hat Steiner  auch kultisch verschiedene Wege gegeben.)

 

Hin zu Ihm ... ein jeder auf seinen - ja auch karmisch bedingten - Weg .. 
das will ER doch !?  
Der gnädige Gott / das Schicksal gibt dabei jedem seinen 
- auch karmisch bedingten - Weg !

Denn was will ER im Grunde von uns ? :  
Liebe ...  
und damit Toleranz, Vielfalt,  ja: Handeln aus Freiheit 
(trotz unserer Beschränktheiten) ... 

"Leben in der Liebe zum Handeln 

und Lebenlassen im Verständnis des fremden Wollens ..." (R.St.)

 

Deshalb verweisen wir jeden an uns Interessierten
an die "Christengemeinschaft",
wenn wir spüren, dass er eben dort sinnvoller seine Bedürfnisse erfüllt bekommt 

(wenn er z. B. einen geweihten Amts-Priester sucht).

 

Denn, im Gegensatz zu bestehenden Vorurteilen :
Wir sind keine Gegner der "Christengemeinschaft" !!   

Wir gehen einfach andere Wege  ... 

( "Fragt ein Chassid den Rebbe:  »Wo wohnt Gott ?« 
Fragt der Rebbe:  »Wo wohnt ER nicht ?«"   Martin Buber ),

von deren Richtigkeit und Notwendigkeit wir überzeugt sind,
und die wir auch mit Rudolf Steiner belegen.

 

Der eigentlich relevante Aspekt zeitgemäßen, kultischen Lebens,
auf den Rudolf Steiner hinweist, ist aber für uns :   
die "FREIHEIT" des Strebenden, 

der aus der eigenen "moralischen Intuition" / Moralität, 
aus seiner ganz individuellen Gottesbeziehung authentisch und empathisch handelt .. 
(ob bei uns oder bei Ihnen) ..

 ("Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin JCh mitten unter ihnen!"),  unabhängig davon, ob das irgendeiner Institution oder Person passt oder nicht  ...

Ob eine sakramentale Handlung real, wirkungsvoll ist, 
entscheidet nicht die institutionelle Zertifizierung des Handelnden, 
sondern die individuelle, moralische, spirituelle Authentizität. 

Denn - wie Hella Wiesberger das ausdrückte : 

"Unübersehbar .. ergibt sich als notwendig, 
dass das christliche Freiheitselement 

auch dem Wesen des Kultus, dem Sakramentalismus einverleibt werden muss." ...

 

HEUTE stehen wir doch vor ganz anderen, neuen Herausforderungen, als vor 100 Jahren .. auch im Kultischen, wie ja Rudolf Steiner anmerkte : 

"Nehmen sie auch so etwas (das damals Gegebene) als einen Anfang hin ... 

wie überall eben aus dem Lebendigen heraus das Kultusartige gesucht werden muss ... 

Etwas Prinzipielles kann es im Leben der Welt überhaupt nicht geben, 

sondern es kann nur das sich in Leben Wandelnde geben."  

 

Amtskirche und Amtspriester war gestern ... auch wenn noch heute nachgefragt ... 

Nicht ein jeder ist schon im Heute angekommen .. muss er auch nicht !! ...

Für uns gilt aber ein zeitgemäßes, individuelles, michaelisches Handeln 
auch für den Kultus: 

"Aus dem Ernst der Zeit, muss geboren werden der Mut zur Tat!" (R.St.)

Und da steht ein "freies christliches" Handeln eben diametral zu dem einer Kirche ...

 

Zuletzt darf ich an die Ringparabel erinnern :  

Gehe doch ein jeder seinen Weg,

praktiziere die/seine "Wahrheit" mit der er überzeugen möchte ..  

und überlasse das Urteil, die Wahl dem mündig Suchenden selbst .. 
und eben IHM ...  


Das versuche ich, das versuchen wir ... 

und ich bitte um Entschuldigung 

und (allein um) fachlich sachgerechte, unpolemische Korrektur, Information,

wenn ich / wir irren, fehlgehen ... !

 

Wenn Sie wirklich ehrlich meine/ unsere und eben auch Steiners Gründe
für ein laienpriesterliches Handeln, gerade auch heute und mit speziell diesen Texten, 
nachgehen wollen, kann ich Sie gerne näher informieren ... 

Verzeihen Sie mir die deutlichen Worte 

(ich wage Sie, weil auch Sie Ihre Meinung so drastisch äußerten) 

und die vielleicht etwas lange Antwort ...

aber das zeugt von meiner prinzipiellen Achtung, 

der Wahrnehmung anderer, auch Ihrer Perspektive, 

egal, dass/ob ich die Dinge vielfach anders sehe !

Ich erwarte auch nicht, dass Sie meiner Sicht folgen ...

 

"... laß jedermann sein Wesen,

du bist von irgendwelcher Fehm zum Richter nicht erlesen."  (Morgenstern)

Aber wir wissen ja auch :  "Die zur Wahrheit wandern ... " 


So hoffe ich auf Ihren Versuch um Verständnis 

auch für andere Wege ... 

Weiterhin Ihnen 

ein gutes Wirken - für Ihren Weg - in Seinem Namen ... !

Herzliche Grüße!
Volker David Lambertz




Dieser Brief blieb ohne Antwort ....



tragisch - dramatisch ...



Oft wird auch die Frage gestellt,
warum die "Christengemeinschaft" ein Monopol
auf ein anthroposophisch sakramentales Handeln beanspruche,
warum sollen nur amtskirchlich geweihte "Priester" Sakramente spenden .... ?  :

Warum eigentlich Monopol ?

 

Nicht nur weil frei christlich handelnde Anthroposophen
"unberechtigt handelnde Nicht-Geweihte" seien, 
die Antwort ist dramatischer  :

 

Ohne die Anthroposophen- und Waldorf-Scene
(aus der fast die gesamte Mit­gliedschaft stammt)
würde die "Christengemeinschaft"  - nach 90 Jahren immer noch
eine unbedeutende "Sondergemeinschaft" -  quantitativ nicht existieren können, 
bzw. gar nicht mehr existieren... 

Das wurde verschiedentlich so ausgedrückt:  "Es kommt sonst keiner." ...

 

Die traditionellen Kirchen sind für die anthroposophische Scene
in der Regel keine Alternative
und stellen so auch für die "Christengemeinschaft" keine Konkurrenz dar, 
aber eine kultisch und sozial sogar noch fort­ge­schrittenere und freie,
"spezifisch anthroposophische" Kultus-Alternative
und dazu noch mit den gleichen Texten,
das könnte anthroposophische Mitglieder abziehen
und quan­titativ, finanziell existenziell bedrohlich werden;
d.h. die "Christenge­meinschaft" wäre als Institution
ohne diese Scene nicht mehr finanzierbar. 

 

Das anthroposophisch gesinnte Klientel muss sie sich also erhalten,
denn außer­halb davon finden sich auch heute noch viel zu wenige (real fast gar keine)
An­hänger, denn dort ist man als "anthroposophische Sekte"
oder "Anthroposophen-Kirche" etikettiert, ignoriert und abgelehnt. 

Das ist ein Circulus vitiosus ("Teufelskreis");
denn der Nichtanthroposoph, der freiheit­lich strebende, ökumenisch gesinnte
und esoterisch tiefer suchende Christ (den Rittelmeyer und Steiner mit der Begründung
im Auge hatten !)  will ja nicht in eine "Sekte" = "Anthroposophen-Kirche" ... 
also bleiben die "Waldorfs" ... 

 

Wie fast überall, wird das Problem zusätzlich und drastisch verschärft
durch die Überalterung
... umso wichtiger, dass alle bleiben ...

 


Verunsicherungen

 

Jahrzehnte war die "Christengemeinschaft" selbstverständlich Anthroposophen-Kirche 
und nicht in Frage zu stellen.

Die Monopolisierung und Tabuisierung [4] der Thematik
- bevor das "Forum Kultus" sie nun aufgriff -
führte zu einer großen Verunsicherung und Uninformiertheit
weil sich oftmals tendenziöse Argumente kontextfrei, irritierend, deplatziert
und des­informierend verbreitet finden.  

 

Das geschieht aber eben auch, weil die bittere Wahrheit: 
als "Anthropo­sophen-Kirche" kontraproduktiv, entgegen dem Gründungsimpuls zu wirken, 
ver­drängt wird und - s.o. - aber auch nicht thematisiert werden kann. 

So bleibt der Leser gutgläubig uninformiert, unkritisch.. und erhalten ...

 

Dies zeigt die Signifikanz der vorhandenen Sorge 
vor einer langfristig ggf. doch existenziellen Gefahr, 
die durch eine kultische Eigenständigkeit von Anthropo­sophen drohen könnte ...  

 

Ein Tragik, die hier nicht weiter vertieft werden kann und soll ...   






Und doch - hier zum Schluss - nochmals :
Wir sind keine "Gegner" der "Christengemeinschaft" !!! :
Es sind einfach diametrale, unterschiedliche Wege ...
Doch :  Jedem seinen Weg !


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[1]     Siehe Zeitschrift "Das Goetheanum", 1999.
[2]     Hans-Werner Schroeder in der Zeitschrift "Die Drei" 2/1999.
[3]     Verschiedene hier wiedergegebene Einstellungen / Einschätzungen / Aussagen 

der "Christengemeinschaft", d.h. aus deren Hierarchie/Priesterschaft, 
wurden/werden nicht öffentlich erhoben/publiziert/kommuniziert,
sind aber - mir (VDL) vorliegende - Interna von Informanten (Priestern/Funktionsträgern/Mitgliedern) aus der "Christengemeinschaft",
die selbstver­ständlich (!) nicht genannt werden wollen und dürfen...   
Ob die Kritik der "Christengemeinschaft" un-/berechtigt ist,
ersehen und beurteilen Sie selber, ..auch aus dem hier Vorgetragenem!
[4]     "Es ist ein furchtbar starkes Werben da, das autoritativ wirkt ..."
(Marie Steiner, Dreißiger-Kreis, 13.2.1923) /
"... sie wollen jeden haben. Die haben keinen Grund Klar­heit zu schaffen." 
(Rudolf Steiner, 9.12.1922, "Zur religiösen Erziehung ...") /
"die grasen ab, ihrerseits ..."  (Rudolf Steiner, GA 300b, S. 227). 

Jeder Mensch ..werde.. ein Priester!

Die Empfehlungen und die Praxis Steiners 
zeitweise die "Christengemeinschaft" zu bitten, 
war eine pragmatische Ausnahme 
für die damals tragischerweise alternativlose Zeit !

frei + christlich