"Weihe"

als Handlungs-Berechtigung?


Was aus der Tauf krochen ist,
das mag sich rühmen,
dass es schon
Priester, Bischof und Papst geweihet sei.

Martin Luther


Jeder Mensch ein Priester ! ?

Werden SIE doch Priester !


=>  Werden Sie doch "Christ" !
Die Taufe fordert Sie auf christlich zu leben ..
also auch zu handeln ..
und eben - wenn und wo Not ist - auch kultisch, sakramental ! ....
Das ist nichts Neues !
So war das im Urchristentum, so hat es Martin Luther wieder eingeführt
und Rudolf Steiner - mit dem "freien christlichen" Impuls - aufgegriffen ...
Heute nennt man Menschen, die für sakramentale Handlungen
- in der Regel überkonfessionell - zur Verfügung stehen :
" Freie Theologen "   
( unabhängig davon, ob "Theologie" studiert, oder ein "Priesterseminar" mit kirchlichem Zertifikat abgeschlossen wurde!  ...  [ "Theologe" ist kein "geschützter Begriff" .. ]  ) ..
Verantwortlich sind sie dabei nur  I H M   ....
SEIN JA IST WEIHE !
" ... gehet hin .. und lehret und taufet ........ "
"Aus dem Ernst der Zeit muss geboren werden, der Mut zur Tat!"  (Rudolf Steiner)
Seien Sie mutig !
ER wird sich über jede Nachfolge freuen ... !
Wenn Sie mit ehrlichem, offenen, demütigen Herzen
SEINEN WILLEN  - durch die Sakramente - auch irdisch zur Realität machen  ..
dann wird ER mit euch sein !   
Aber OHNE uns, ohne Sie ... ...  fehlt es .........
Lassen Sie sich nicht beeindrucken
von Traditionalisten, Moralisten, Besserwisser
oder irgendwelchen exklusiven Hierarchien ...
Relevant ist NUR ER ...  was Er in Ihr Herz legt ..
Folgen Sie der LIEBE !
Folgen Sie IHM ... !
... auf Ihrem, individuellen Weg ... !
Sie gehen nicht alleine ...
Es ist ein kultushistorisch und für die Weiterentwicklung
des Menschen, 
ja der Menschheit und der Religion
not-wendiger Schritt,
denn

Unübersehbar ..
ergibt sich als notwendig,
dass das  christliche Freiheitselement
auch dem Wesen des Kultus,
dem Sakramentalismus
einverleibt werden muss.                           Hella Wiesberger



( ->  Siehe auch unten :  " Und Sie? "  )




Die Zeiten ändern sich rapide ...
Die Menschen werden mündiger ! 
Und doch ist immer noch  der Irrtum verbreitet :

»Sakramentales Handeln 

ist nur durch kirchlich geweihte Priester legitim und wirksam.« 

Nicht nur seitens der katholischen und orthodoxen Kirchen, 
auch von der Kirche »Die Christengemeinschaft« wird dies als ein Axiom verfochten. 

Gerade dieses Sakrament der Weihe wird jeweils aus der ganz eigenen, subjektiven Glaubensposition diagnostiziert und einge­ordnet und ist damit Spielball der Dogmatik. 

 

Christus hat jedenfalls keine "Priester" / "Priester-Weihe" einge­setzt.  
Die Priesterweihe - wie auch die reguläre Kinder-Taufe - ist eine Einrichtung 
der unter staatlicher Obhut stehenden Kirche, seit der Konstantinischen Wende 
im 4. Jahrhundert. 

Und mit jeder neuen Abspaltung, jeder neuen Kirche entstanden neue Gesichtspunkte, Handhabungen und Auslegungen, sodass es "diePriester-Weihe" garnicht gibt...

 

Und heute, und zukünftig ?   

Brauchen wir als "freie" Christen [1], aber vor allem auch als Anthroposophen,
immer noch/wieder eine institutionalisierte, speziell kirchlich sanktionierte Priester-Weihe
(und zwar die der Kirche »Die Christengemeinschaft« [2]), um SEINEN Auftrag 
»Gehet hin und taufet und lehret...«, zum auch sakra­mentalen, geschwisterlichen 
Liebe-Handeln wahr­zunehmen?

 

»Nach reformatorischer Auffassung stellt die Taufe nicht nur die erste Stufe
der Kirchengemeinschaft dar, sondern gewährt die volle Teilhabe am Leib Christi
und bildet so einen unüberbiet­baren, nicht steigerungsfähigen Gnadenstand.
In der Gemeinde der Getauften kann es kein Glied mehr geben,
das den anderen gegenüber vor Gott eine besondere Stellung einnähme.
Eine Priesterkaste mit religiösen Vorrechten hat in ihr keinen Raum.« (Niedermeyer 116)  

Daraus ergibt sich für die evangelische Theologie, dass selbst die Gültigkeit
und Wirksamkeit des Zentralsakramentes Abendmahl
»nicht vom ordinierten Pfarramt abhängt«. (VELKD 11)   

Der theologische Begriff des Priestertums aller Getauften
hebt die Differenz zwischen Klerus und Laien, geistlichem und weltlichem Stand auf. 
Insofern gelten hier alle Getauften als gleichrangige Glieder: 
»Was ausz der Tauff krochen ist, das mag sich rumen, 
dass es schon Priester, Bischoff und Bapst geweyhet sey.«

 

»Es steht jedenfalls fest, dass bei den älteren (Kirchen-) Vätern
irgendwelche Spuren von einem >character indelebilis<
oder einem >Sakrament< der Priesterweihe nicht nachzuweisen sind,
und wo man Derartiges zu finden meint, handelt es sich um Miss­verständ­nisse. ...
Der Nachweis, wie ein Sakrament, von dem vier­hundert Jahre lang in der Kirche
nichts wahrzunehmen ist, von Christus ein­gesetzt, ja ein >Grundamt der Kirche<
sein kann, muss den Dogmatikern anheim gegeben werden.
Für den Exegeten ist die Sache längst klar.«   (Campenhausen  [3])

 

Die Fragen gehen aber tiefer:
»Es handelt sich hier um Zusammen­hänge, die eine Frage nach der Wirksamkeit
ganz neuer Äther­kräfte nahe legen.
Man wird in diesem Zusammenhang daran denken, wie das Blut des Christus,
das am Karfreitag vom Kreuz in die Erde floss, sich vollständig >ätherisierte<
und der Christus-Impuls >als eine Substanz< [4], als  Christus-Äther,
zu den vier 'alten' Ätherarten [5] hinzutritt.
Als >moralische Äther-Atmosphäre< [6] ist er mit der Moralität  der Menschen verbunden
und als neuer Lebenskeim der Erde und der Leiblichkeit der Menschen einge­stiftet....
Von diesem lebendi­gen Band umfasst zu werden, ist die recht verstandene Sukzes­sion.
Das kann man erst durch die Anthroposophie so verstehen und gewinnt dadurch
einen neuen (modernen) Sukzessionsbegriff,
für den manches früher ent­schei­dend Wichtige unwesentlich wird.« (Debus  [7])

»Was in der Entwicklung der Christenheit 

als Sehnsucht und Streben nach Laienpriestertum

immer wieder erstand  - allerdings auch immer wieder verfolgt 

und schließlich zum Verschwinden gebracht wurde -, 

das hat hier (im >freien christlichen< Kultus  VDL)
durch Rudolf Steiner eine neue Keimlegung erfahren.«  (Röschl-Lehrs  [8])  

 

Was ist also 
die/eine richtige/falsche,  wirksame/unwirksame, überholte/zukünftige  "Weihe" ?

Es gibt nicht "die" (einzig wahre/richtige) Weihe ! 

 

In jeder Kirche/Gemeinschaft gibt es andere Bedingungen, Verab­redungen
und damit Formen und Wirksamkeiten und somit auch andere Zulassungs-
und Weiherituale und -texte, die - "so Gott will" - in dem jeweiligen Rahmen 
(d.h. in einem anderen wiede­rum nicht) ihre Aufgabe und Berechtigung haben 
und entsprech­end ihre spezifische Wirksamkeit entfalten.

 

Rudolf Steiner nennt die Weihe auch das »Sakrament der Ver­bindung«: 
Als JCh-bewusster Mensch verbinde ich mich aktiv  Seinem Ruf und Auftrag 
»Gehet hin und taufet...«.

 

Dieses aktive Bekenntnis, diese bewusste Verbindung mit Seinem Wollen
- das "priesterliches" Wirken ist - das war und ist das was dieses Sakrament der "Weihe"
ursprünglich im Urchristentum und heute auch wieder
zum Sakrament der (Erwachsenen-)TAUFE macht
(während ja die Kindertaufe ein »Empfangskultus« ist) [9].

JCh ER-wache und stelle mich frei, bewusst, willentlich, beken­nend und handelnd 
in den Impuls und Wirkensstrom des Christus ...  
und der fordert praktisches, geschwisterliches und eben auch 
sakramentales Agieren - auf dass ER auf Erden handeln kann -,  

das ER niemals einer sakrosankten, allein handlungsberechtigten, exklusiven Gruppe 
übertrug .. damals nicht und nicht heute ... 

 

Ein »freier christlicher« Kultus-Kreis stellt auch an die "Weihe" 
zeitgemäß neue Fragen. 
 .. gestern war gestern ... 




Was aus der Tauf krochen ist, 
das mag sich rühmen, 
dass es schon 
Priester, Bischof und Papst geweihet sei.

 

Martin Luther





Die WEIHE

 

Das Sakrament der Verbindung

für ein

freies christliches, 
allgemein-priesterliches, sakramentales 
Handeln

 


Begegne ich ihm (dem Du) so, dass ich bereit bin, 
mein Bewusstsein -zeitweilig- für ihn zu opfern, 
dass seine Entfaltung mir also wichtiger ist 
als die meine, 
vollziehe ich 
- indem ich für ihn ersterbe - 
in gewissem Sinne 
eine Nachfolge Christi. 
Dann nah ich ihm in Seinem Namen.  
Dann werde ich im gleichen Augenblick 

von Christus selber zum Priester geweiht: 

Seine Gegenwart ist Weihe
- in diesem Augenblick und für diesen Augenblick. 

Im Gegensatz zum Amtspriester, 
der für sein ganzes Leben geweiht wird, 
gilt die Weihe des sozialen Priesters 
nur für jene Zeitspanne, in der er »agapisch« 
einem Mitmenschen begegnet. 
Es ist ein inneres, ein mystisches Erlebnis 
dieses Menschen. 
Und nur das, was sich bei der Begegnung 
mit dem andern ereignet, 
gibt Antwort auf die Frage, 
ob hier ein "Priester" zelebriert hat. 

Die soziale Priesterweihe
ist ein Sakrament, 
das, im übertragenem Sinne, 
der Christus unter vier Augen vollzieht. 

 

Dieter Brüll,  »Bausteine für einen sozialen Sakramentalismus«, S.138-139

 

 



( Es fand 
die Weihnachtstagung zur Begründung 
der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft statt.  
Man kann verschiedene geistige Ereignisse in ihr finden.  

Vom kultischen Gesichtspunkt aus 
ist sie eine Art 'Weihe' 

der Anthroposophischen Gesellschaft
durch die anthroposophische Bewegung,
der Michaelsgemeinschaft auf Erden
durch die Michaelsbewegung aus der geistigen Welt,
die Grundsteinlegung aus der göttlichen Trinität
zu einer neuen Würde
der anthroposophisch strebenden Individualität. 
In ihr ist Hirtentum und Königtum 
miteinander verbunden.  

Friedrich Benesch, »Das Religiöse der Anthroposophie...«, S.89

 





Wir bevölkern den Astralplan fortwährend mit Wesenheiten, 
indem wir dies oder jenes tun. 

Denken wir uns diesen Gedanken klar aus, 
dann haben wir den Sinn der kirchlichen Zeremonie: 

nämlich nicht beliebige Dinge vorzunehmen auf dem physischen Plan, 
sondern solche, die sinnvoll sind, wodurch sinnvolle Wesen­heiten 
auf dem Astralplan entstehen. 

Wenn man zum Beispiel mit Weihrauch räuchert, macht man etwas Planvolles;
man verbrennt bestimmte Stoffe und schafft Wesenheitenvon einer bestimmten Sorte. ..

Ebenso der Priester, wenn er bestimmte Handbewegungen macht bei bestimmten Lauten, wie zum Beispiel bei o, i, u, .. und es wird eine Sylphe hervorgerufen. ..

Durch planvolles Gebrauchen dieser Worte schafft man ein Band von einem zum andern, man hüllt sich ein in eine astrale Materie, die durch Zeichen, Griff und Wort 
geschaffen worden ist.   

Die Kunst besteht darin, vom physischen Plan auf höhere harmo­nisch hinaufzuwirken. 

In den Kultuszeremonien sollen durch bestimmte Handlungen 
nicht widersprechende, sondern harmonische Wesenheiten er­schaffen werden. 

 

Rudolf Steiner, 30.10.1905, GA 93a/27, S.219f

 

Mit den Symbolen, mit dem Sakramentalismus, mit der Kultus­handlung 
wirkt man aber tiefer hinein, 
bis in den Ätherleib. 

Das heißt, man beeinflusst direkt die ganze Anlage der Denk­richtung des Menschen.   

Rudolf Steiner, GA 167/9, S.209

 

Man vollzieht sinnliche Prozesse, 
in die Spirituelles hineinströmt im Sich-Vollziehen. 
Das geistig Wesenhafte geschieht im Kultus 
auf sinnenfällige Art.

Rudolf Steiner, 8.9.1924, GA 318, S.17

 

Da spielt geistige Welt und physische Welt zusammen.   

Rudolf Steiner, 27.6.1924, GA 236/19, S.362





Was in der Entwicklung der Christenheit 

als Sehnsucht und Streben nach
Laienpriestertum

immer wieder erstand  - allerdings auch immer wieder verfolgt 

und schließlich zum Verschwinden gebracht wurde -, 

das hat hier (im >freien christlichen< Kultus  VDL) 
durch Rudolf Steiner 

eine neue Keimlegung erfahren.« 
Maria Röschl-Lehrs, GA 265



Bloß ist mein Christentum 
absolut nicht kirchlich gebunden. 

Ich bin ein richtiger Ketzer 
für Christus ! ...

Das Priestertum des Menschen 
ist das einzige, 
das mir einleuchtet, 

und darum bin ich so dankbar, 
dass ich Rudolf Steiner begegnete. 

Maria Röschl-Lehrs  

»Vom zweiten Menschen in uns«






Liturgische Kompetenz


 

Sichtbare Handlung einer Unsichtbaren 

Wirklichkeit und Wirkung  Gottes

 

Wir sehen: liturgisches, sakramentales Handeln 
hat konkrete Konsequenzen, reale Wirkungen. 

 

Es ist eben nicht egal, bzw. wirkungsneutral was ich wie tue.

 

Deshalb sollte das Werkzeug kompetent, wirkungsvoll und würdig aus­führen, 
was die Hand tun möchte. 

Fehlende Demut, wenig Empathie, Besserwisserei, Stolz, Macht­streben, Unmoral, etc., 
aber auch praktisch-liturgische Unfähigkeit 
wird schnell (auch gefährlich) kontraproduktiv werden. 

Nicht umsonst werden Priester  - Menschen, die sakramental han­deln sollen - 
dafür speziell ausgebildet.

 

Brauchen wir das für ein allgemein-priesterliches Handelnde auch ?

 

Wenn ich mich getreu an die von einem Einsichtigen / Eingeweih­ten vermittelten Texte, 
die äußeren und - oftmals noch wichtiger - inneren Anweisungen halte, 
bin ich gewiss auf einem guten Weg.  

Aber auch hier gibt es Vieles was offen ist und mein eigenes Empfin­den, Gestalten, 
inneres Handeln, meine Empfänglichkeit braucht, neben dem Einfühlungsvermögen 
in die Individualität, die Wege, Bedürfnisse und Möglichkeiten des Nachfragenden.

 

Liturgische Präsenz muss authentisch und von innerer und prakt­ischer Kompetenz geprägt sein und hat - wie jeder Schulungsweg - viel mit vielfältigem Üben zu tun: 
»Von nichts kommt nichts!«.

 

Dass wir wirkungsvolle Werkzeuge für Sein uns verwandelndes Wirken werden 
und die Fähigkeit für und die Einsicht in unser Handeln erlangen, 
dazu kann eine Kultus-Trage-Gemeinschaft 
(wie die »Initiative, freie christliche Arbeits-Gemeinschaft«) beitragen. 

Das ist prinzipiell auch individuell alleine möglich; 

die Gemeinschaft aber kann und soll hier eine beratende, vertiefende, 

verstärkende, verlässliche, mittragende Hilfe sein. 

 

Wie auch immer:  auf dem Weg ....

 

 Jeder Mensch - werde - ein Priester !



 

 

Und sie fragten Ihn:

Herr, wo werden wir Dich finden,

wenn Du auferstanden bist ?

Und Er antwortete ihnen:

 

»Hebt auf den Stein

und ihr werdet mich darin finden!«

 

Thomas-Evangelium, Log. 77-79

 


Gerade ein freies, christliches, liturgisches Handeln

hat andere Voraussetzungen und Möglichkeiten

als die vorangehenden (Kirchen-)Formen.

 

Allein schon die Berechtigung als kirchlich "Nicht-Geweihte"
sakramental wirkungsvoll handeln zu können
(in der evangelischen Kirche eine Selbstverständlichkeit),
ist eine kultushistorische Zäsur.

Besonders bedeutsam ist aber der Entwicklungsschritt 
hin zur »direkten Wandlung / Kommunion«.

 

Seit Golgatha ist die ganze ERde Christi Leib und Blut. 

Es ist - für den fortschreitenden, wachen Menschen - 

nicht mehr nötig Christi Leib noch einmal zu Christi Leib 

in der Eucharistie (auch in der MWH) zu wandeln,

wenn ER doch schon darinnen ist …

Lediglich unser Bewusstsein, unsere Seele sind es,

die ggf. den ganzen Eucharistie-Prozess benötigen, 
um Ihn inniger, bewusster, oder auch überhaupt wahrzunehmen...

Und wir erzeugen / rufen herbei bestimmte Wesen,

dies allerdings so oder so ...

 

Und so ist es auch mit dem Ort 
sakramentalen Wirksamwerdens …

 

Bis schließlich unsere ERkenntnis 

Unser Herz, unser Geist zu SEINEM Altar werden,

- wie ER - überall in der Welt … !








WO  ?

 

Gottesdienst überall

 

Praktische Fragen 

Wo ist Kultus überall möglich?

 

"Frei", aber gebunden an spezielle (Kirchen-)Räume ?

 

Wenn ich als frei christlich Handelnder liturgisch 

einen Gott-gemäßen Ort suche … wo finde ich denn dann Gott?

 

Im Menschenwerke, in allen Menschenbauten doch nur unvollkommen … 
vollkommen doch gewiss in Seiner Schöpfung!

Nimmt mich nicht schon alleine der Sternenhimmel mit zu Gott?

 

Kann ein Raum mehr Lebendigkeit geben als die Natur?

Was bietet ein Haus / eine Kirche / ein erbauter Raum?

Gewiss ggf. mehr Hülle, Konzentration, aber auch die Anwesenheit 
bestimmter un-/nützlicher Raum-/Elementarwesen, …

 

Für beides gibt es Argumente …

Und so stehen wir wieder vor der "Freiheit",

den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Handelnden selbst!

Vorschriften gibt es nicht, nur individuelle Erkenntnis.

 

Unsere Chance besteht darin, dass wir beides ergreifen können!

Uns binden keine Kirchen-Vorschriften, keine Anweisungen …

 

Gehen Sie an den See, auf den Berg, in den Wald, an den Strand …

oder ins Krankenzimmer, oder eben auch in eine Kirche,

wo und wie Sie das authentisch und wirksam können 
und als stimmig empfinden … und das Herz sich IHM öffnet … !

 

Warum zwangsweise einen (Kirchen-)Raum wählen,
zu dem die Betroffenen keine Beziehung hatten/haben?

Wo sind also unsere ganz speziellen, eigenen Räume, 
die Geist und Seele emportragen und uns IHM vereinen?

 

Seien Sie als kultisch Handelnde offen … für alles …

Hören Sie hin, wo ER sich den Betroffenen öffnet …

Seien Sie mutig, denn .. »nicht mein Wille geschehe« …








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1)    Die avantgardistisch, freiheitliche Gesinnung und zukunftsorientierte und oftmals anarchische Praxis frei christlich Gesinnter und Wirkender fragt sowieso nicht
nach einer "Erlaubnis" oder dem Monopolanspruch irgendeiner Kirche oder Gesellschaft... 
sondern - wird gerufen und - handelt !
2)    Die »Christengemeinschaft« erhebt für ihre Priester einen Monopolanspruch
auf ein sakramentales Handeln innerhalb der anthroposophischen Bewe­gung. 
Doch »... ist die Christengemeinde verpflichtet, auch einen anzuerkennen, der sagt:
Das interessiert mich gar nicht. So steht die Sache tatsächlich.
Die Sache ist so klar, wie nur irgend­etwas.«  (Rudolf Steiner, Stuttgart, 9.12.1922.) 
3)    Hans von Campenhausen, »Die Anfänge des Priesterbegriffs in der alten Kirche«.
4)    Rudolf Steiner, »Aus der Akasha-Forschung. Das fünfte Evangelium«, 10.2.1914, GA 148.
5)    Ernst Marti, »Die vier Äther«, Verlag Freies Geistesleben, 1981.
6)    Rudolf Steiner, »Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit«, 1.10.1911, GA 130.
7)    Michael Debus, »Anthroposophie und die Erneuerung der christlichen Kirche«.
8)    Maria Röschl-Lehrs, GA 265, S. 42.
9)    Siehe auch Bogdan Snela, »Kindertaufe - Ja oder Nein?«, Kösel-Verlag, 1987.


Und Sie ?


Aus dem Ernst der Zeit
muss geborgen werden
der Mut zur Tat !

Rudolf Steiner




Aus der "moralischen Intuition"
eines "ehtischen Individualismus" !

Rudolf Steiner, Philosophie der Freiheit


Die Geistige Welt
wird anders beurteilen
als irdische, konkurrierende Kritiker, Monopolisten, oder Dogmatiker ...

WENN
von Geist-Geschwistern  Fragen auf Sie zukommen,
ob SIE eine anstehende Taufe, Trauung oder Bestattung
übernehmen könnten ...
Dann ist das - in der Regel - Karma ...
Wenn SIE nicht mutig und praktisch antworten  ...
wird etwas fehlen ...


Und wenn wir nicht diesen "freien" christlichen Impuls aufgreifen ...
er wird fehlen in der Menschheitsentwicklung ...
und die Zeiten sind bereits dunkel genug ...
Wenn wir nicht weiterschreiten ...
machen wir uns mitschuldig,
dass das Alte weiterhin krankhaft wirken kann und wird ...

Dabei kommt es nicht auf Quantität an !
( .. das wäre ahrimanisch gedacht.. )

Wir  müssen heute  säen ... !
wenn wir morgen ernten wollen ..
.

Je dunkler die Zeiten-Nacht,
je mehr müssen die Leuchttürme sein ...
Je mehr die Wüste alle Geistigkeit und dann die Menschlichkeit
verdorren lässt ...
desto wichtiger die Oasen ...


Zaudern und ängstliches Schauen
ob die ggf.  erkämpfte / erlangte Anerkennung
im (anthroposophisch) gesellschaftlichen Umfeld erhalten bleibt ...

Und das bezieht sich eben auch auf das religiöse, kultische Wirken
der Kirchen (und eben auch - in spezieller Weise - der Kirche "Die Christengemeinschaft")
- ja,  die viel Fruchtbares gewirkt hatten, aber nicht in die Zukunft führen -
und wenn wir das kirchliche Prinzip nicht sauber bedenken
und dadurch das Zukünftige nicht ernst nehmen
(und das bedeutet für "uns" Anthroposophen
unser Verhältnis zur "Christengemeinschaft"),
nämlich,
dass er aber nicht unmittelbar in ihr untertauchen kann.
Wenn er dieses tut, so arbeitet er an zweierlei:
erstens arbeitet er an der Zertrümmerung und Zerschmette­rung
der Anthroposophischen Gesellschaft,
zweitens arbeitet er an der Fruchtlosigkeit der Bewegung für religiöse Erneuerung.





Bloß ist mein Christentum
absolut nicht kirchlich gebunden.

Ich bin ein richtiger Ketzer
für Christus ! ...

Das Priestertum des Menschen
ist das einzige,
das mir einleuchtet,

und darum bin ich so dankbar,
dass ich Rudolf Steiner begegnete.

Maria Röschl-Lehrs 
»Vom zweiten Menschen in uns«



Unübersehbar .. ergibt sich als notwendig, 
dass das christliche Freiheitselement 
auch dem Wesen des Kultus, 
dem Sakramentalismus 
einverleibt werden muss. 

Hella Wiesberger, GA 265      




Jetzt haben wir erneut eine Chance.
Und ich meine, lasst uns bloß alle mitwirken,
damit diese Chance nicht erneut vom Tisch gefegt wird ....

Wenn wir aber mit Überschusskräften und Begeisterung im Leben stehen,
kann Michael durch diesen Überschuss,
durch dieses Mehr wirksam werden.
 
Wir müssen selbst den Anfang machen.
Michael wartet ab.
Sobald man aber Mut fasst und etwas anfängt,
dann hilft er. ...

Dann haben wir die Grundlage geschaffen für unsere Zukunft
in dem großen Geisteskampf, worin wir stehen. 
 
Bernard Lievegoed, in INFO-3, 1990




Haben SIE den Mut !

Werden Sie ein Priester !






" VON NICHTS KOMMT NICHTS! "



Natürlich bedeutet "frei"-christlich oder "laien"-priesterlich 
nicht Dilettantismus, Narrenfreiheit oder gar Missbrauch.  
Kultus braucht Ernst, Demut, Treue, Kompetenz und Schutz. 

 

Dieser Werdeprozess und dieses Niveau des Christ-, 
des Priester-Seins kommt natürlich (auch "per Weihe") 
nicht automatisch, das ist ein oft langer Übungs-Weg.
Ein jedes "Handwerk" braucht Schulung, Erfahrung, Übung ..

 

Der Wurzelgrund unseres Schulungs-Weges 
ist vor allem die anthroposophische Methode Rudolf Steiners.

 

Diese ist keine dogmatische
und kennt keine einheitliche, allgemeingültige Unterweisung,
sie muss jeweils ganz frei und individuell gefunden, 
erarbeitet und gehandhabt werden.  

So sind alle Hinweise darauf hier nur informative Anregungen,
eine ergänzungsbedürftige Skizze möglicher Wege!

 

Denn » auf dem Weg « zu IHM zu sein, ist existenziell 
für die Handhabung des freien christlichen Kultus-Weges.

 

Deshalb sei hier auf den - für uns so besonders relevanten -
anthroposophischen Schulungs-Weg 
doch noch mit einem kleinen Auszug und Hinblick aufmerksam gemacht. 

 

So bauen wir daran ein brauchbares, fähiges Werkzeug
für Sein Heil bringendes, sakramentales Wirken zu werden,

... auf dass wir würdig sind, »dieses Amt auch auszuüben« ...

 


Sie finden eine Zusammenstellung in ( siehe hier: Infos-Bücher )  :

EIN BREVIER   

für einen anthroposophischen, freien christlichen Schulungs-Weg

Mantren, Sprüche, Übungswege Steiners, u. a. für die Tage, Wochen, Monate.  



Jeder Mensch ..werde.. ein Priester!

Was aus der Tauf krochen ist, das mag sich rühmen, dass es schon 

Priester, Bischof und Papst geweihet sei.
Martin Luther

frei + christlich