DIE OPFERFEIER

Christi Taten auf Golgatha
Stehen vor unseren Seelen.
Die Weihe-Stimmung unserer Seelen
Offenbaret uns Christi Taten auf Erden.
Die Verehrung unserer Seelen
Betet zu Christi Menschheitsopfer.
Die Andacht unserer Seelen
Führe in diesen Opferraum
Das Erleben von Christi Menschheitsopfer.
Aus der Opferfeier



Die OPFERFEIER


Erstmalig fand sie am 25.3.1923 in der Stuttgarter "Freien Waldorfschule"
für die Schüler ab Klasse 9/10 statt.
Sie wurde von Rudolf Steiner gegeben und eingerichtet,
da eine Schülerin vor Ablauf der zwei Jahre Jugendfeier
ein Bedürfnis nach einer Fortsetzung des Kultus äußerte.
Die Opferfeier wird ebenfalls von drei Handlungshaltenden gehalten
und richtete sich zunächst nur an die Schüler der oberen Klassen.
Sie wurde erstmalig am 30.3.1923, auf Wunsch der Lehrer
auch innerhalb und für das Lehrerkollegium, gehalten.

Somit hat Steiner die Opferfeier nach der "Menschenweihehandlung"
(die - seitens der "Christengemeinschaft" - verschiedentlich als das Fortschrittlichste
dargestellt wird, nach der  nichts mehr kommen könne) gegeben.

Rudolf Steiner bezeichnete die Opferfeier als "Messe-ähnlich".
Nach schriftlicher Überlieferung durch Maria Röschl-Lehrs hat er die Opferfeier
als "vollziehbar für (alle) Menschen, die sie wünschen" bezeichnet.
Das ist heute die Regel, da nur noch vereinzelt Schüler die Opferfeier besuchen
und immer mehr Menschenkreise, meist im privaten Rahmen
außerhalb der Schulen und Heime, diese eigenständig feiern.

Die Opferfeier wird im "freien christlichen Impuls" als "Zentralsakrament" bezeichnet
und ist kultushistorisch gegenüber der Messe (auch der "Menschenweihehandlung") fortentwickelt,
aufgrund der Handhabung der "direkten Kommunion"
und der laienpriesterlichen, brüderlichen und überkonfessionellen Verfassung.

Bei der Delegiertenversammlung 1923 tauchte die Frage nach einem Kultus
auch für die "Anthroposophische Gesellschaft" auf,
da man meinte, dass die "Christengemeinschaft" es mit ihrer Arbeit
durch den Kultus leichter habe.
Rene Maikowski fragte Rudolf Steiner und erinnerte die Antwort wie folgt:
"Er erklärte, dass dies wohl denkbar sei. ...
Es käme auch nicht die Form der Christengemeinschaft in Frage.
Er charakterisierte darauf, wie auch später in Dornach (30.12.1922),
die andersartigen Grundlagen von Anthroposophie und Christengemeinschaft.
Eine kultische Arbeit in der anthroposophischen Bewegung
müsse aus dem selben geistigen Strom hervorgehen wie die Schulhandlungen,
gewissermaßen eine Fortsetzung dessen,
was in Form und Inhalt in der Opferfeier gegeben war.
"

Die Opferfeier ist gegliedert in
1. Evangelium, 2. Opferung, 3. Wandlung, 4. Kommunion.
Darin gleicht sie der "Menschenweihehandlung" der "Christengemeinschaft",
bzw. prinzipiell der Messe.
Die ganze Gemeinschaft feiert sie geistlich-spirituell gleichberechtigt,
vertreten durch die drei Handlungshaltenden (Sprecher) am Altar.
In der individuell verantworteten und autonomen Handhabung (Einzelner oder Gruppen)
ergeben sich unterschiedliche Formen (z.B.: traditionell: frontal, fortschrittlich: im Kreis),
in den Waldorfschulen wird sie größtenteils traditionell gefeiert.


TEXT s.a. GA 269 (1997), S. 63-79.
Archivnummer der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung: NZ 3553-3541.

Siehe auch Bearbeitung für einen Einschub zu Gründonnerstag :   
IFCAG, 2008,  Kultushandbuch.



Das Sakrament der 

OPFERFEIER 

 

Folgend die traditionelle Art 
- wie vor allem in den Waldorfschulen und hp. Heimen -

Die Opferfeier kann auch in anderer (z.B. Kreis-) Form gehalten werden.


Folgend ist der Text zur besseren Übersicht 
des rechts Handelnden rechtsbündig, des links Handelnden linksbündig, 
des in der Mitte zentriert formatiert.


Die Kerzen sind durch den links Handelnden entzündet. 
Die Handelnden stehen vor Einlass der Feiergemeinschaft am Opfertisch, 
Gesicht nach diesem gerichtet. 
Nach dem Einlass öffnen alle ihre Bücher. 

 

EVANGELIUM  

 

Es spricht der in der Mitte Handelnde zum Opfertisch hin:
 
Christi Taten auf Golgatha
Stehen vor unseren Seelen.
Die Weihe-Stimmung unserer Seelen
Offenbaret uns Christi Taten auf Erden.
Die Verehrung unserer Seelen
Betet zu Christi Menschheitsopfer.
Die Andacht unserer Seelen
Führe in diesen Opferraum
Das Erleben von Christi Menschheitsopfer.
 
Pause

Der Vatergott sei in uns,
Der Sohnesgott schaffe in uns,
Der Geistgott erleuchte uns.

Der in der Mitte Handelnde
wendet sich zur Feiergemeinschaft um und spricht:


Christus in euch.

 

Der rechts Handelnde erwidert in Richtung Opfertisch:
 
Und deinen Geist erfülle Er.

Der in der Mitte Handelnde wendet sich
wieder zum Opfertisch um.

 
Nun spricht der rechts Handelnde in Richtung Opfertisch:
 
Zu dem Vatergotte
wenden
Wir unseren Geist.
Er webt im Weltengrunde,
Er lebt in unserer Menschheit.
Wir sind alles,
Was wir sind
In Seinem Sein,
Durch Seine Kraft.
 
Zu dem Sohnesgotte
wenden
Wir unsere Seele.
Er waltet als ewiges Wort
In Weltensein und Menschenwesen.
Wir finden Trost
Für unsere Schwachheit
In Seiner Stärke,
In Seiner Opfertat.
 
Zu dem Geistgotte
wenden
Wir unseren Willen.
Er leuchte in unseren Entschlüssen,
Er walte in unseren Taten.

Wir finden Stärke
In unserer Finsternis
Durch Sein Licht
Und Seelenkraft durch Ihn
Als Geistessonne.
 

Zum Opfertisch gewandt spricht der links Handelnde:

 

Mein Herz trage in sich 
Das Bewusstsein Deines Lebens,
O Christus;

Meinen Lippen entströme 

Dein reines Wort,

O Christus.

Deine Gnade würdige 

Mich, zu sprechen Dein Wort,

O Christus.

 

Alle drei Handelnden wenden sich zur Feiergemeinschaft.
Kleine Pause, dann spricht der links Handelnde
zur Feiergemeinschaft hin:

 
Es wird nun verkündet
das Evangelium nach:

 
......................................................................

 

Siehe Perikopenordnung.

 

Zur

VERLESUNG DES EVANGELIUMS

durch den links Handelnden stehen alle auf.

 

Nach dem Evangelium wenden sich alle drei Handelnden
zum Opfertisch zurück.



Der in der Mitte Handelnde spricht:
 
Wir erheben unsre Seele
Zu Dir, O Christus.
Dein Evangelium
Als reines Wort,
Tilget aus unsern Worten,
Was unrein in ihnen ist.
 

Nur zu Pfingsten wenden sich alle Drei
wieder zur Feiergemeinschaft um
zur Verlesung des Pfingst-Hymnus «Veni creator spiritus»
durch den in der Mitte Handelnden
und wenden sich danach wieder zurück.

Text siehe: Pfingsthandlung der Kinder-Sonntagshandlung
 

 

Dann bzw. während des restlichen Jahres
wendet sich nach obigen Worten
der in der Mitte und der rechts Handelnde
zur Feiergemeinschaft um.

 

Der in der Mitte Handelnde spricht mit Segensgebärde:

Christus in euch.
 

Der rechts Handelnde antwortet zur Feiergemeinschaft:

Und deinen Geist erfülle Er.
 
Beide wenden sich wieder zum Opfertisch um.

 


OPFERUNG  

 

Der rechts Handelnde spricht zum Opfertisch hin:

Dir, ewiger Weltengrund,
Webend in Raumesweiten
Und in Zeitenfernen,
Opfern die heiligsten Gefühle
Deiner Menschensprossen
Hingegebene Herzen.
Du schauest in die Schwächen
Dieser Herzen;
So ströme zu Dir auch
Die Sehnsucht dieser Herzen.

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Ja, so sei es.

 

Der in der Mitte Handelnde spricht, sehr langsam,
zum Opfertisch hin:

 
All unser Menschensein
Denke hin zu Christi Tat.
Unser Leib sehnet sich
Nach Christi Kraft,
Unser Blut sehnet sich
Nach Christi Licht.

Mit erhobenen Armen und Blick zum Bild, frei gesprochen:

In Deinen Sonnenhöhen
O Christus,  schaue
Auf das Opfer
Unseres Menschenseins;
Unseres beseelten Leibes,
Unseres durchgeisteten Blutes.
Sie seien in Dir,
Du seiest in ihnen.

 

Der rechts Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

Aus des Menschen Seelenopfer,
Aus des Menschen Geistesopfer,
Werde das wesenschaffende Liebefeuer,
Das walte von Mensch zu Gott,
Das walte von Mensch zu Mensch.

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Ja, so sei es.

 

Der in der Mitte und der rechts Handelnde
wenden sich zur Feiergemeinschaft um,
der in der Mitte spricht mit Segensgebärde:


Christus in euch.

 

Der rechts Handelnde antwortet zur Feiergemeinschaft:

Und deinen Geist erfülle Er.
 
Beide wenden sich zum Opfertisch zurück.

 


WANDLUNG  

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Unser Denken leuchte 

Dir entgegen,

Unser Fühlen sehne 

Sich nach Dir,

Unser Wollen krafte 

Nach Dir,

Göttlicher Weltengrund.

 

Der rechts Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

Unser Schicksal walte
Mit Dir,
Unser Leben fließe
In Dir,
Unser Sehnen trachte
Nach Dir,
Christus, Du Walter für uns.

 

Der in der Mitte Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

Er hat sich geeint,
Bevor Er hinging
Zum Menschentode,
Mit den Seinen.
Er weihte Seinen Leib
- Den Träger Seiner Seele -
Dem göttlichen Weltengrund.
Er weihte Sein Blut
- Den Träger Seines Geistes -
Dem Lichte des Weltengrundes.
Und so gab Er sich hin
Den Seinen.
So lasset in Geistes-Wandelung
Unseren Leib
- Unserer Seele Träger - ,
Unser Blut
- Unseres Geistes Träger -
Werden Seinen Leib,
Werden Sein Blut.   
Er sprach: 
Nehmet hin;
Seine Gnade lasse uns sprechen: 
Nimm hin:
Wir möchten
Dir geben:
Das Opfer,
Im Lichte
Deines Opfers,
Suchend unser Sein
In Deinem Sein.
Christus walte
Heil-tragend
In unserer Seele,
Kraft spendend
In unserem Geiste.

 

Der rechts Handelnde spricht zum Opfertisch hin:

Christus ist in uns.
Sein Licht leuchtet,
Seine Gnade waltet,
Seine Kraft webet allhier.

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Der Geist-Gott 

Walte über unser Denken,

Webe in unserem Fühlen,

Wirke aus unserem Wollen.

 

Alle Handelnden wenden sich zur Feiergemeinschaft um.
Der in der Mitte Handelnde spricht mit Segensgebärde:


Christus in euch.

 

Der rechts Handelnde antwortet zur Feiergemeinschaft:

Und deinen Geist erfülle Er.

 

Der links Handelnde spricht:

 

Ja, so sei es.

 

Alle Handelnden wenden sich wieder zum Opfertisch.

 


KOMMUNION  

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

O Christus, Du hast 

In unerschöpflicher Güte,

In unermesslicher Liebe,

In grenzenloser Gnade, 

Den Frieden gegeben 

Den Deinigen ...

 

Der rechts Handelnde spricht unmittelbar anschließend,
 zum Opfertisch hin:


So mache unseren Geist
Hell von Licht erfüllt,
So mache unser Wort
Rein von Gedanken erfüllt,
So mache unser Herz
Lauter und sündenrein.

 

Der in der Mitte Handelnde spricht langsam,
zum Opfertisch hin:


Christus in uns.
 
Sein heller, lichterfüllter Geist
In unsrem Geiste,
Seine reinen, seelewarmen Gedanken
In unsrer Seele,
Sein lautres, sündenreines Herz
In unsrem Herzen.
Christus, wir empfangen Dich:
Zur Gesundung unsres Leibes,
Zur Gesundung unsrer Seele,
Zur Gesundung unsres Geistes.

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Ja, so sei es.

 

Der Kommunionsakt.
Alle drei Handlungshaltende wenden sich 
zur Feiergemeinschaft um.
Zur Kommunion stehen die dazu bereiten Teilnehmer auf, 
bzw. sitzen in der ersten Reihe.

 

Der rechts Handelnde geht zu ihnen,
berührt mit folgenden Worten
deren Stirn mit Zeige- und Mittelfinger:

 
Christi Geist lebe in dir.

 

Der/die Empfangende antwortet:

Ich darf empfangen Christi Geist.

 

Der rechts Handelnde geht wieder auf seinen Platz, 
mit Blick zum Opfertisch,
gleichzeitig wenden sich 
die beiden anderen Handlungshaltenden mit ihm zurück. 

 


SCHLUSS

 

Alle Handelnden wenden sich zur Feiergemeinschaft um.
Der in der Mitte Handelnde spricht mit Segensgebärde:


Christus in euch.

 

Der rechts Handelnde antwortet:

Und deinen Geist erfülle Er.

 

Der links Handelnde spricht:

 

Nehmet hin dies,

Als die opfernde Tat

Der Menschenseele.

 

Der rechts Handelnde spricht:

Ja, so sei es.

 

 

Die Handelnden wenden sich wieder zum Opfertisch hin.
Die Handlungsbücher werden geschlossen.

 
Musik möglich.
 
Die Feiergemeinschaft verlässt den Raum.
 
Danach werden die Kerzen vom links Handelnden gelöscht. 
Die Handelnden verlassen ihre Plätze am Opfertisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Siehe ggf. die EPISTELN, als jahreszeitlicher Einschub im Kultus-Handbuch "Die Sakramente..."


Diese Handlung kann überall gehalten werden, 
wo Menschen sind, die sie wünschen.   

 

Rudolf Steiner, lt. Maria Röschl-Lehrs, GA 269, S.125

 

Die Opferfeier kann in verschiedenen Formen gestaltet werden. 

In der FCAG (aber auch schon an bestimmten Waldorfschulen) 
nutzen wir die Kreis-Form  (siehe Kultus-Handbuch) .

Wenn sie individuell und alleine oder im kleinsten Kreise gehalten wird, 
sind dementsprechende Formen aufzufinden.

 

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Siehe diesen und alle freien christlichen Kultus-Texte 
im Kultus-Handbuch «Die Sakramente...», BoD-Verlag, 
oder über den Förderkreis Forum Kultus,

in verschiedenen Ausgaben.

 

Original Rudolf Steiner, 1923 

 

den freien christlichen Religionslehrern der Freien Waldorfschule 
in Stuttgart gegeben.

Siehe Text u.a. auch: 

GA 269 (1997), S.63-79, handschriftliches Original (Faksimile).  

Handlungsanweisungen gemäß Rudolf Steiners 
(im Original sind keine vollständigen Anweisungen gegeben) 
und - nur noch seltenst praktiziert - der gegenwärtigen Praxis insbesondere in den Freien Waldorfschulen. 
Ohne Gewähr.

Zur Raum- und Altargestaltung in traditioneller Weise: 
siehe Kultus-Handbuch!

Zum «freien christlichen» Impuls Rudolf Steiners grundsätzlich und heute:
siehe Info-Bücher, siehe Literaturhinweise, siehe  www.Forum-Kultus.de .

 

Der linksbündig gesetzte Text wird vom links vor dem Opfertisch stehenden Handelnden gesprochen, der rechtsbündige vom Rechten, der zentrierte vom Mittleren.

Die Opferfeier

Eine konzentrierte Fassung *

 


Der Vatergott sei in  uns (mir) ,                                       (Einstimmung)

Der Sohnesgott schaffe in  uns (mir) , 
Der Geistgott erleuchte  uns (mich) .

 

Christi Taten auf Golgatha                                               (Evangelium)

Stehen vor  unseren Seelen (meiner Seele).

 

DU schauest in die Schwächen                                       (Opferung)
   dieser Herzen (meines Herzens) ;  

So ströme zu Dir auch 

   die Sehnsucht  dieser Herzen (meines Herzens) .

 

ER sprach:  Nehmet hin;                                                    (Wandlung)

Seine Gnade lasse  uns (mich)  sprechen:  

Nimm hin.

 

Christus,  wir empfangen (ich empfange)  Dich:           (Kommunion)

Zur Gesundung 

   unsres (meines) Leibes, 
unsrer (meiner) Seele,   unsres (meines) Geistes.

 

Christi Geist lebe in  dir (uns) (mir) !                                (Schluss)

 

( oder:  Christus in  euch [dir] ! ) 

 

(Für alle die man einbeziehen möchte - auch Verstorbene.)

 

Ja, so sei es!  







IFCAG  -  Die Opferfeier in Kernsätzen :

*  Die Praxis zeigt, dass oftmals das Bedürfnis besteht, 
sich täglich in die Opferfeier zu vertiefen, 
der Alltag aber die Länge nicht zulässt.  
Um dennoch die Kontinuität zu halten, ist ggf. eine konzentrierte Fassung  

- (jeweils ein Satz aus den vier Teilen) wie z.B.!  wie oben -  möglich... 


Opferfeier-Kreis

 

Eine kultische Arbeit
in der anthroposophischen Bewegung
muss aus dem selben geistigen Strom hervorgehen
wie die Schulhandlungen,
gewissermaßen eine Fortsetzung dessen, 
was in Form und Inhalt in der Opferfeier 
gegeben war... . 

Rudolf Steiner zu René Maikowski  (GA 269, S.133)

 

Wenn Sie nun die Opferfeier weitertragen wollen, aus dem Schulzusammenhang heraus 
in den möglichen Rahmen initia­tiver, anthroposophischer Gemeinschaft oder auch privat 
oder meditativ feiern wollen, sollten und könnten Sie eine "Fort­setzung" 
zumindest schon in der Form suchen. 

Aus der Erarbeitung der «Initiative, freie christliche Arbeits-Ge­meinschaft»
ergab sich die Kreis-Form.  

Es müsste für die Kreisform noch nicht einmal das bisher Ge­gebene prinzipiell
verändert werden:  Denken wir uns alles nur kleiner, konzentriert, aus dem frontalen Geschehen in die Mitte bzw. in die Runde des Kreises gestellt, der nun wie ein Brennglas die Wirkungen pfingstlich bündelt.

(Es kann also - wenn gewollt - "alles beim Alten bleiben" :  der Altar = als Tisch in der Mitte / 
in der Runde;  die rote Altar- und Raumfarbe = als rotes Tischtuch;  die schwarzen Kerzen-
ständer = als schwarzer siebenarmiger Kerzenständer;   die sieben weißen Kerzen 
in der ge­habten Form darauf;   das Christusbild = als Bild in einem Stehrahmen 
vor dem Kerzenständer. 

Und doch wird sich in dieser pfingstlichen Kreis-Form eine neue Quali­tät bilden 
und zum Ausdruck und zur Wirkung kommen. )

Andererseits gibt es auch die Praxis, dass alle Äußerlichkeiten nach innen genommen werden, sodass die Gemeinschaft nur in einem Kreis steht.

 

Die Kreisform wird privat wie auch schulisch gehandhabt ! 

In der individuellen und konkreten Praxis können und müssen verschiedene Details 
dieser entsprechend bedacht, erfühlt und erprobt werden. 

Jede Gemeinschaft hat andere Möglichkeiten, Fähigkeiten und Bedingungen.

Der Grundsatz:  Es muss als wahr und wirksam erlebt werden.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Verfügung, 

oder geben Ihnen unsere Erfahrungen weiter.

(Siehe dazu die Angaben im Kultus-Handbuch «Die Sakramente...» ! )

 

V.D. Lambertz

Initiative, freie christliche Arbeits-Gemeinschaft  



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Hinweise zur Handhabung


 

DREHUNGEN:     

Der die Handlung in der Mitte Vollziehende wendet sich immer gegen den Uhrzeigersinn, 
so dass er insgesamt einen ganzen Kreis beschreibt.

Die rechts und links Handelnden bewegen sich so, dass sie jeweils nur einen Halbkreis 
hin und den gleichen Weg zurück machen. Dabei drehen sie sich immer über die Mitte. 

 

SEGENSGESTE   

Zu den im Laufe der Opferfeier fünfmal wiederholten Worten: "Christus in euch" 
hat Rudolf Steiner die folgende Haltung ange­geben:

Die Arme werden nur halb erhoben (die Ellenbogen sind ange­zogen), die Handflächen 
sind segnend nach außen gewendet; die geschlossen gehaltenen Finger 
leicht nach vorne gekrümmt.

Nach der Antwort «Und deinen Geist erfülle er.» wird die Geste zurückgenommen.   
(Mit der Antwort ist nicht der Geist des Handelnden, sondern der der Teilnehmer gemeint.) 

 

KOMMUNIONSAKT    

Der rechts Handelnde berührt mit dem Zeigefinger und mit dem Mittelfinger zusammen 
die Mitte der Stirn des Kommunikanten, indem er frontal zum Kommunikanten steht. 
Die Berührung kann so lange dauern, bis die Worte «Christi Geist lebe in Dir» gesprochen sind. Sie kann auch nur für den Augenblick eines Wortes währen.

 

EINLASS/AUSGANG   

Alle Teilnehmer (Schüler/Erwachsene) gehen zusammen herein. 

Diejenigen die zur Kommunion gehen wollen setzen sich in die erste Reihe, 
bzw. stehen dazu auf, während die Anderen sitzen bleiben.

Der Einlass/Ausgang findet ohne Worte statt.

Üblicherweise stehen die Handlungshaltenden beim Einlass bereits am Altar 
und verlassen diesen wenn alle wieder draußen sind. 

Es sind aber auch Formen des gemeinsamen Handelns möglich, indem alle 
mit den Handelnden gemeinsam beginnen/enden und diese aus den Reihen aller kommen, 
sowie dass man mehr in einer Kreisform sitzt (FCAG), etc.! 





 

 

Es wäre unrichtig zu meinen, 
in der Opferfeier gäbe es keine Substanzen. 
Sie sind da 
in Gestalt des Leibes und des Blutes 
des Menschen.

Maria Lehrs-Röschl, GA 269, S. 126




Gründonnerstags-Einschiebung 


(Gemeinschafts-/Abendmahl   - Brot und Wein)  
für die 

Opferfeier 


 

Skizzen   -  "Direkte" Wandlung  UND  Liebe-Mahl


Immer wieder wird zur Passionszeit die Frage gestellt,
ob nicht der Gründonnerstag auch in der Opferfeier besonders berücksichtigt werden könnte, durch eine entsprechende liturgische Einschiebung.

Man möchte - wenigstens an diesem Tag - der Einsetzung des Liebes-Mahles gedenken 
und dieses auch kultisch vollziehen.

Das birgt ein grundsätzliches Problem in sich:  dass dann nämlich der Abendmahlsakt
im traditionellen Sinne aufgefasst und Brot und Wein als eigentlicher Wandlungsakt 
angesehen wird.

Das ist ja in der Opferfeier nicht der Fall :

Die Opferfeier ist fortgeschritten von der "indirekten" zur "direkten" Wandlung und Kommunion. 
In der traditionellen Messeform werden - außerhalb des Menschenleibes - zuerst
die Substanzen Brot und Wein gewandelt, die dann  - in einem zweiten Schritt =  "indirekt" - 
in der Kommunion aufgenommen werden und in uns unseren Leib, unser Blut wandeln. 

In der Opferfeier (siehe den Text dort) aber ergreift und wandelt ER nun gleich "direkt" 
unseren Leib, unser Blut (als höchste Form aller Erdensubstanz).  

Seitdem ER selbst sich in Leib und Blut eines Menschenleibes inkarnierte 
und diesen dadurch transsubstantiierte, 
brauchen wir nicht mehr unbedingt den alten, "indirekten" Weg der Konsekration 
über Brot und Wein als Vermittler. 

Ostern ermöglichte ein kultushistorisch neues Transsubstantiations-Niveau, 
in das sich Rudolf Steiner mit der Opferfeier einreihte 
(die aber auch nur "Zwischenstation" ist, denn der Weg 
geht weiter zum Erkenntnis-Kultus, zur «Anthroposophie 
als Gottesdienst», zur Sakramentalisierung des ganzen Lebens, 
zum allgegenwärtigen Christus...).

 

Welche Aufgabe hätte denn dann "Brot und Wein" in einer Opferfeier ?

Wenn wir - als einen Einschub zum Einsetzungsgedenken des Gründonnerstags,
des Abendmahls -  Brot und Wein in der Opferfeier hinzunehmen,
dann also nicht um damit die Transsubstantiation unseres Leibes und Blutes zu erreichen
(und wieder zurückzukehren zur "indirekten" Messe),
sondern als ein Handlungsakt in dem der
Liebe- und Gemeinschaftsaspekt des Mahles
ganz besonders hervorgehoben wird und seine Wirkung entfaltet,
als ein zusätzliches Bewusstwerden und noch gesteigertes Ergreifen 
des Stiftungsaktes am Gründonnerstag: 
Seines Liebe-Auftrages, Seines Neuen Bundes 
der alles durchdringenden, verwandelnden Liebe.

Das heißt nicht, dass nicht  auch  hier eine Wandlung von Brot und Wein stattfindet, 
aber diese ist hier nicht die erforderliche und relevante.

Fortwährend durchdringt, verlebendigt, transsubstantiiert ER seit Golgatha Seine /
alle Erden-Sustanz, als nun Seinen Leib, und damit auch "Brot und Wein". 
Die "Transsubstantiation" aller Natur 
ist Sein permanenter Gnade- / Liebeakt;
gerade besonders seit Seinem Wiedererscheinen im Ätherischen
in der Mitte des letzten Jahrhunderts.

Eine "extra" Wandlung von Brot und Wein - als traditionelle Stellvertreter der Erdensubstanzen - ist von daher nicht nötig, sondern "lediglich" zusätzlicher Konzentrationspunkt 
und auch Symbol Seiner universalen Anwesenheit.

Nun und hier konzentrieren wir uns direkt auf die Wandlungstatsache Seiner LIEBE 
und nur sekundär auf die Transportmittel "Brot und Wein".

Wir gehen damit einen Schritt weiter:  
von der Wandlung der Natur zur Wandlung des JCh im DU:  
Denn «ER ist die Liebe und wer in der Liebe ist, ist in Gott und Gott in ihm.»  

So soll werden in uns «das wesenschaffende Liebefeuer, 
das walte von Mensch zu Gott, 
das walte von Mensch zu Mensch.»  

So ist Gottesdienst ein Liebes-Dienst, 
und Gründonnerstag, das Abendmahl
vor allem ein Liebe-Auftrag,
der die ganze Welt wandeln will. 

Mit diesem Verständnis folgen wir Ihm, denn: 
«Einen neuen Auftrag gebe Ich Euch: 
Liebet einander, so wie Ich Euch geliebt habe.» :  
JCh bin Du! 

 

Wenn wir Seiner Hingabe am Gründonnerstag-Abendmahl besonders gedenken wollen, 
können wir dieses Gemeinschaftsgeschenk in dieser Weise fokussieren,  
dann könnte sogar jeder Tag ein Gründonnerstag werden...

 

«Sehet, JCh bin bei Euch alle Tage...»

 

 

 

 

Bitte vergleichen Sie die geringfügigen Unterschiede 
mit dem originalen Text Steiners. 

 

 

Zur Praxis:

 

Die Opferfeier wird gehalten wie gehabt,
nur mit kleinen Änderungen 
im Wandlungs- und Kommunionsteil !

Zur Form:   Man sitzt / steht  im Halbkreis / Kreis / Oval  mit etwas Abstand um einen Tisch.  Rote Tischdecke (für den Sieg über den Leibes-Tod an Ostern).  
Auf dem Tisch:  große weiße Kerze für IHN, um diese ggf. zwölf kleine (rote) Kerzen 
für die Jünger.   

Auf der Seite der Handlungshaltenden: 
Krug & Kelch (Traubensaft),  geschnittenes Brot/Hostien auf einer Schale; 
beides mit Tüchern zugedeckt, bzw. die Schale auf dem Kelch.

 






Die Gründonnerstags-Ergänzungen
im Text

 

 ( Änderungen/Ergänzungen  folgend in GROSSBUCHSTABEN )  

 

EVANGELIUM
ÜBER DAS ABENDMAHL

 

OPFERUNG

wie gehabt !

 

WANDLUNG

Text bleibt gleich, nur ein Einschub einer Handlung.

 

DER IN DER MITTE HANDELNDE TRITT  

( bzw. steht dort bereits )

VOR DEN KELCH UND DIE BROTPATENE,
NIMMT GGF. DIE TÜCHER DAVON WEG 
UND ZIEHT DREIMAL EIN GRÖSSERES (SONNEN-)KREUZ 
ÜBER DIESE.

 

und spricht dann wie gehabt :

 

Er hat sich geeint, 

Bevor Er hinging

Zum Menschentode, 

Mit den Seinen. 

...

 

...  Text wie üblich bis ...

 

Christus walte 

Heil-tragend 

In unserer Seele, 

Kraft spendend 

In unserem Geiste.


ER GEHT GGF. WIEDER IN DEN KREIS ZURÜCK.

 
KOMMUNION

Dann weiter wie üblich bis zum Kommunionsakt:

Christus, wir empfangen Dich:

Zur Gesundung unsres Leibes,

Zur Gesundung unsrer Seele,

Zur Gesundung unsres Geistes.  4)

 

Der links Handelnde spricht, zum Opfertisch hin:

 

Ja, so sei es.

 

Dann:

ALLE DREI HANDLUNGSHALTENDE 
TRETEN AN DEN ALTAR / TISCH  ( bzw. stehen dort bereits ).

DER IN DER MITTE HANDELNDE NIMMT DIE PATENE MIT DEM BROT, 
HEBT SIE HOCH UND SPRICHT:

 

ER SPRACH: 
NEHMET HIN;  DIES IST MEIN LEIB, 
DER FÜR EUCH GEGEBEN WIRD; 
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS !  1)

 

DANN NIMMT ER DEN KELCH, HEBT IHN HOCH UND SPRICHT:

 

ER SPRACH: 
NEHMET HIN;  DIES IST MEIN BLUT,
DAS FÜR EUCH VERGOSSEN WIRD;
DER NEUE BUND !  1)  

 

Der Kelch wird wieder abgesetzt.

 

UND ER SPRACH: 
EINEN NEUEN AUFTRAG GEBE ICH EUCH: 
LIEBET EINANDER,

SO WIE JCH EUCH LIEBE; 

SO BIN JCH IN EUCH, IHR IN MIR !  2)  

 

Zur Kommunion stehen die dazu bereiten Teilnehmer auf.

 

DER RECHTS HANDELNDE  NIMMT DAS  BROT 
UND REICHT ES DEM KOMMUNIKANTEN UND SPRICHT:

 

DER LEIB CHRISTI !  3)

 

IHM FOLGT AUF DEM FUSS DER LINKS HANDELNDE 
UND REICHT DEM KOMMUNIKANTEN DEN  KELCH  UND SPRICHT:

 

DAS BLUT CHRISTI !  3)

 

5)  Dann folgt der IN DER MITTE Handelnde 
und berührt dem Kommunikanten 
- wie üblich - mit folgenden Worten die Stirn mit Zeige- und Mittelfinger: 

 

Christi Geist lebe in dir.

 

 

-  weiter wie üblich  -

 

 

 

 

 

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Wenn Sie die Opferfeier in der KREISFORM vollziehen wollen,

könnten Brot, Kelch und Segen im Kreis wandern, 

d.h. ein jeder empfängt die Gaben und Worte vom Nachbarn,
z.B. von rechts und gibt sie weiter an den Nachbarn links.

 

Es würde unvergorener Wein = (roter) Traubensaft genommen.

Die Reste von Brot und Wein werden nach der Handlung vom Handelnde verspeist.

 


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Anmerkungen:
1)   ( u.a. Luk.22,19-20 )   

Neben dem Wachrufen Seiner Wandlungstat 
dient der erste Einschub vor allem der Erinnerung der Tatsache 
Seiner allgegenwärtigen Hingabe 
und Seines Auftrages dem zu gedenken und Seines Bundes mit uns.  

2)   ( u.a. Joh.13,34 u. 15,9ff )   

«Ihr aber seid der Leib Christi und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.»  ( 1.Kor.12,27 )    

«Wer in der Liebe ist, der ist in Gott und Gott in ihm!»

Der zweite Einschub, der Liebe-Auftrag ist die Folge dessen und zeichnet den Weg 
IHN zu finden: als eine liebende Christen-Gemeinschaft, als der «Corpus Mysticum».  

3)   Der dritte Einschub weist auf die Realpräsenz Christi ( eben auch - wie überall) 
in Brot und Wein.

4)   Ggf. könnte dieser Absatz auch nach Brot und Wein stehen   5)

 

WIE Sie dieses Geschehen ins Sichtbare, Hörbare bringen, textlich ERfassen, 
müssen letztlich Sie, muss die handelnde Gemeinschaft erlauschen, 
um das Not-wendige abzutasten.

 

ENTWURF  zur weiteren, eigenen Er- und Bearbeitung !   
IFCAG  -   
Stand: Drei König 2018





 

Selbstverständlich muss diese  ANREGUNG  
auf IHRE Möglichkeiten und Bedürfnisse 
maßgeschneidert werden!

Es ist ein Versuch, im Bemühen 
um eine «Fortsetzung» der Opferfeier,
auf Fragen aus der Gegenwart zu antworten, 

mit der Absicht sich möglichst eng 
an Rudolf Steiners Werk, Worte und Form zu halten.

 

Dieser Einschub sollte aber
nur mit einem vorbereiteten Kreis vorgenommen werden,
weil die Integration der "indirekten" Sakramentalien 
Brot und Wein 
in die "direkte" Opferfeier 
sofort Missverständnisse aufruft 
und leicht als Rückschritt verstanden wird.

 

Auch wenn Brot und Wein 
aufgrund Seines unaufhörlichen Wandlungswirkens  auch 
- und besonders hier, durch die Konzentration unseres Bewusstseins darauf - 
ihre/eine Wandlung erfahren,

so bleibt doch die für die Opferfeier relevante und wirksame Wandlung 
die "direkte" !

 

 


Gerne hören wir von Ihnen, 
wenn auch Sie in dieser Weise am Gründonnerstag (oder ggf. wann auch immer)
- als Konzentrationsakt auf den Gemeinschaftsimpuls des Abendmahls -
versuchen 
IHM diese Schale zu bilden. 

Und immer und auch, 
wenn Sie hierzu Anregungen, bzw. Erfahrungen haben, 
die wir gerne in unserem Suchen mit bedenken möchten.

 

 

 

Jeder Mensch ..werde.. ein Priester!

Sein heller, lichterfüllter Geist
In unsrem Geiste,
Seine reinen, seelewarmen Gedanken
In unsrer Seele,
Sein lautres, sündenreines Herz
In unsrem Herzen.
Aus der Opferfeier (Kommunion)

frei + christlich