WARUM SAKRAMENTE



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->   Die heilende Arznei: das Sakrament   -  Evolution - Involution 
          Aufgabe der jeweiligen Sakramente - Rudolf Steiner
->   Verwendete Sakramente + Rituale
->   Zur Problematik der Veröffentlichung


Die Sakramente

in der 
«freien christlichen»,
überkonfessionellen
Fassung
Rudolf Steiners



Empfangskultus/(Kinder-Taufe)  +  Jugendfeier  +  Opferfeier   
Lebensschau  +  Heilige Ölung/Bestattung  
Weihe/(Erwachsenen-)Taufe  +  Trauung





Leben mit den 
SAKRAMENTEN

 

Es ist das Wesen des Sakramentalismus, 

dass der Mensch das Alltägliche mit spiritueller Weihe erfüllt. ... 

Das ist etwas, was wirksam ist und immer wieder wirksam sein wird. 
Wer das weiß, der weiß auch, dass bei unserer Kultur eine Umkehr notwendig ist. 
Man mag sich noch so sehr bemühen, diesen physischen Plan 
in Harmonie, in Ordnung zu bringen, es wird fehlschlagen, 
solange man nur auf dem physischen Plane arbeitet; 
wird auf der einen Seite Harmonie geschaffen, 
so wird auf der anderen Seite Disharmonie entstehen. 
Lassen sie aber das Spirituelle wirken, 
so werden sie sehen, 
dass das Alltägliche in einer ganz anderen Weise angefasst wird. 
Das ist Sakramentalismus.

Dieser Gedanke liegt auch dem christlichen Sakramentalismus zugrunde: 
die Heilung vom spirituellen Plane aus.

Ein Sakrament ist eine physische Handlung, die so verrichtet wird, 
dass in ihr sich ein geistiger Vorgang ausdrückt. ...

Nichts ist im Sakrament willkürlich. 
Alles ist bis ins Kleinste hinein 
ein Abbild eines höheren okkulten Vorganges. 

Derjenige, der ein Sakrament verstehen will, 
bei dem das Zeremoniell ein Abbild ist eines geistigen Vorganges, 
der muss sich bekanntmachen mit dem, was da zugrundeliegt. 
Es ist ein okkulter Vorgang, der den äußeren Augen entzogen ist. 
Bei jedem Sakramentalismus vollzieht sich nicht nur etwas Verstandes­mäßiges, 
sondern es vollzieht sich etwas, 
was eine reale, okkulte Bedeutung hat. 

Der Mensch muss wiederum spirituelles Leben schaffen
bis in jeden Handgriff und jeden Schritt hinein;
und das wieder einzuführen, ist die Aufgabe und das Bestreben
der spirituellen Bewegung (der Anthroposophie - VDL)
Der Sakramentalismus der früheren Zeit muss wiederkommen. 
Man muss wissen, dass es ein anderes ist, 
aus dem Geiste heraus zu handeln, 
als aus dem Materiellen heraus zu handeln. 
Spirituelles Leben wieder ausströmen zu lassen, das ist unser Ziel. 

 

Rudolf Steiner,  GA 92, S. 35f




Dasjenige, was im katholischen Dogma liegt,
geht ja auf bestimmte Formen älterer Erkenntnis zurück.
 
Man stellt sich vor, 
dass zwischen Geburt und Tod
der Mensch sieben Stadien durchmacht.


Erstens die Geburt selber, dann dasjenige, was man das Reifwerden nennt, die Pubertät,
dann das, was man das Bewusstwerden der Innerlichkeit nennt um das 20. Jahr herum,
dann das Gefühl, der Welt nicht zu entsprechen, nicht ganz Mensch zu sein, das ist das vierte. Und dann, nicht wahr, das allmähliche Hineinwachsen in das Geistige. 
Diese Dinge sind dann etwas schwankend ge­worden, aber man stellte sich das ganze menschliche Leben einschließlich des sozialen in sieben Etappen vor, und man stellte sich vor, dass der Mensch zwischen Geburt und Tod herauswächst aus dem Geiste. ..

Diesen sieben Etappen müssen (jeweils) andere Kräfte entgegengehalten werden.
Die Geburt ist eine Evolution, das Reifwerden ist eine Evolution,
jeder Evolutionsform wird eine Involutions­form entgegengestellt:
der Geburt die Taufe, der Pubertät die Firmung.
Jedes Sakrament ist das Inverse zu einer natürlichen Etappe in der Evolution.
Man kann sagen, die katholische Lehre stellt sieben Evolutionsstufen dar,
denen sie gegenüberstellt sieben Involutionsstufen, und das sind die sieben Sakramente,
von denen vier irdisch sind, nämlich Taufe, Firmung, Altarsakrament, Buße.
Diese vier sind so allgemein-menschlich wie physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich.
Wenn sie höher hinaufgehen, kommen sie zum Geist­selbst, Lebensgeist und Geistesmenschen. 
So wie das Her­einscheinen aus der geistigen Welt, so sind die drei letzten Sakramente diejenigen, die in das Soziale gehen: die Ehe, die Priesterweihe, die Letzte Ölung.
Das Hereindringen der geistigen Welt kommt in der Priesterweihe zum Ausdruck.
Das sind also die sieben Sakramente, von denen die letzten sind die Letzte Ölung,
die Priesterweihe und die Ehe.

Es sind einfach die Sakramente die inversen Vorgänge für die natürlichen Vorgänge,
die sich vollziehen für den Menschen,
und danach sind auch die entsprechenden Kulthandlungen eingerichtet. 
 
Rudolf Steiner,  GA 342, S.137f





Unübersehbar ..
ergibt sich als notwendig,
dass das christliche Freiheitselement
auch dem Wesen des Kultus,
dem Sakramentalismus
einverleibt werden muss.

Hella Wiesberger, GA 265
  



Die heilende Arznei : 
das Sakrament


«Und wenn wir die Entwickelung (des Menschen VDL) so betrachten,
dann zerfällt sie uns in einen Evolutionszustand, - das ist die Entfaltung,
es geht nach außen - und in einen Involutionszustand,
so dass die Evolution rhythmisch gefolgt wird von der Involution.
Evolution  -  Involution
Und erst wenn wir überall diesen rhythmischen Wechsel von Evolution und Involution studieren, kommen wir dazu, die volle Entwickelung zu verstehen. 
Aber der Mensch ist nun das allerkomplizierteste Wesen, 
weil er ja ein wirklicher Mikrokosmos ist. 
Bei ihm nimmt dasjenige, was hier als Evolution und Involution 
zunächst dem Begriff nach festgestellt worden ist, die allerkomplizierteste Form an. 
Diese allerkomplizierteste Form stellen wir einmal vor unsere Seelen hin 
in einzelnen Erscheinungen. 


Denken wir zunächst einmal an die Geburt:

1.  Geburt
   
(Kinder-) TAUFE

Wenn wir auf die Geburt hinschauen, das heißt auf den Zusammenhang desjenigen, 
was aus dem embryonalen Leben herauskraftet, was sich also vollzieht 
zwischen Konzeption und der eigentlichen Geburt, 
so haben wir ein Hintendieren desjenigen, was vom Menschen vorher 
geistig- seelisch war, zum Materiellen. 
Es gliedert sich das Geistig-Seelische das Materielle ein. ... 
Wir tragen also während der ganzen Zeit unseres Erdenlebens in uns die Kräfte, 
die uns als Reste der embryonalen Entwickelung im Innern verbleiben: 
die Kräfte der Geburt. ... Aber in uns setzt sofort, indem wir den ersten Atemzug tun, 
indem wir mit der Außenwelt in Berührung kommen, der andere Vorgang ein, 
der Vorgang, der bezeichnet werden kann als ein Sterbevorgang. 
Wir haben von allem Anfang an zugleich die Kräfte des Sterbens in uns. ... 
Durch das Wahrnehmen, durch das Denken gliedern sich in uns Sterbevorgänge ein. 
Das ist der entgegengesetzte Vorgang zu dem Evolutionsvorgang der Geburt. 
So wie die Menschheit sich entwickelt seit dem Zeitraum etwa vor und nach dem 
Mysterium von Golgatha, treten eben mit der Menschheit diejenigen Veränderungen ein, 
von denen ich gesprochen habe, und der Mensch muss in einer gewissen Weise 
heiligen den Involutionsvorgang, den der Evolution entgegengesetzten Vorgang. ... 
Wenn wir aber den Involutionsvorgang einsetzen fühlen, der als ein Sterbevorgang 
uns ergreift, so muss er seit jener Entgöttlichung der Welt, von der ich Ihnen heute 
Vormittag gesprochen habe, geheiligt werden, das heißt, es muss in ihn eingefügt werden 
dasjenige, was von dem Christus-Impuls ausgehen kann. 
Und so sieht man seit der Entwickelung des Christentums in dem Sterbevorgang etwas, 
dem hinzugefügt werden muss ein Sakrament; das ist das Sakrament der Taufe. 
Wir werden dann über sein Ritual noch zu sprechen haben. 
So dass wir sagen können: 
Was die Geburt als Evolutionsvorgang ist, 
das soll die Taufe werden als Involutionsvorgang. 
Wir sollen zu jenem Rhythmus, in den wir durch die Geburt hineingestellt werden, 
hinzufügen gewissermaßen das Zurückschlagen des Pendels in der Taufe.

2.  Reife
     FIRMUNG - Konfirmation
(Jugendfeier)

Der zweite Evolutionsvorgang, der in unserem Leben eintritt, ist derjenige,
welcher in aller Stärke sich dann zeigt, wenn der Mensch geschlechtsreif wird,
wenn sein physischer Leib und sein Ätherleib zu einer gewissen Entwickelung
gekommen sind und der Astralleib beginnt, mit seiner Entwickelung
ganz besonders einzusetzen ...
Dasjenige also, was da als ein Evolutionsvorgang einsetzt,
kann man bezeichnen als Reife.
Das ist der Evolutionsvorgang.
Der entsprechende Involutionsvorgang, der sich zur Reife geradeso verhält,
wie sich die Taufe verhält zur Geburt, ist die Firmung oder Konfirmation.
Die Firmung oder Konfirmation hat also die Aufgabe 
- und wir werden sehen, welches demgemäß ihr richtiges Ritual sein kann -, 
dasjenige in christlichem Sinne dem Ich und astralischen Leib zu geben, 
wodurch alles, was durch das modifizierte Verbinden von Ich und astralischem Leib, 
dem Geistig-Seelischen mit dem Physisch-Leiblichen, mit der Reifung sich entwickelt, 
was mit der Reife evolviert.

3.  Verleiblichung
     ABENDMAHL

Wir treten damit aber in ein Lebensalter, wo wir mit Bezug auf die Entwickelung 
noch ein anderes haben: 
Wir sind untergetaucht mit unserem Geistig-Seelischen in das Physisch-Leibliche. 
Das Physisch-Leibliche hat unser Geistig-Seelisches ergriffen, 
das Geistig-Seelische ist dabei eine gewisse Vereinigung 
mit dem Physisch-Leiblichen eingegangen. 
Es ist dies der Entwickelungszustand, den wir, wenn wir ihn als Evolutionsvorgang 
betrachten wollen, bezeichnen als die Verleiblichung des Geistig-Seelischen im Menschen. 
Wir können sagen: Der dritte Evolutionsvorgang ist die Verleiblichung:

Wenn wir dazu nun den entsprechenden Involutionsvorgang suchen, 
so müssen wir vor allen Dingen auf dasjenige sehen, meine lieben Freunde, 
dass ja der Mensch, indem er dieses Untertauchen seines Geistig-Seelischen 
in das Physisch-Leibliche als eine besondere Kraft seines Wesens evolviert hat, 
fortwährend in einer Art von Schwingungszustand ist, in dem Zurückgehen 
zu dem Geistig-Seelischen, in dem Wiederuntertauchen in das Physisch-Leibliche, 
so dass er in einem Rhythmus drinnensteht, wodurch ihm droht, entweder ekstatisch 
sich zu verlieren in dem Geistig-Seelischen oder hinunterzufallen in das Tierische, 
in vollständige Verleiblichung. 
Der Mensch braucht etwas, was diesem Evolutionsvorgang als ein Involutionsvorgang 
gegenübersteht, und dieser Involutionsvorgang 
ist der Empfang des heiligen Abendmahles. 
Der Involutionsvorgang für die Verleiblichung ist das heilige Abendmahl. ...
Das ist dasjenige, was der Mensch suchen muss, 
durch das Empfangen des Altarsakramentes 
sich in den richtigen Rhythmus zu bringen.

4.  Lebenserinnerung
     BEICHTE

Aber damit wäre noch nicht die vollständige menschliche Evolution gegeben, 
sondern die vollständige menschliche Evolution schließt ein, 
dass wir nicht nur im einzelnen Augenblick drinnenstehen in dieser Schwingung 
zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Physisch-Leiblichen, 
sondern die vollständige Entwickelung schließt ein, dass wir auch in der Zeit 
immer wiederum zurückschwingen können. 
Wir brauchen die Erinnerung an die vorhergehenden erlebten Erdenerlebnisse, 
die Erdenerfahrungen. ... dasjenige, was mit dieser Rückerinnerung verknüpft ist, 
das vollständige Sich-innerlich-Fühlen, das vollständige Sich-in-die-Hand-Bekommen, 
das tritt eigentlich erst nach der Reifung ein ... 
wo man die Erinnerung wieder zusammenfasst, so dass die Erinnerung, 
indem man sie hat, eigentlich die volle Festigkeit des Ich konsolidiert. 
Kurz, wir sehen, dass sich immer mehr und mehr das konsolidiert, 
was wir die Lebenserinnerung nennen können. 
Es gehört zu unseren Notwendigkeiten, es ist dasjenige, 
was sich auch evolviert aus unserer menschlichen Wesenheit heraus.

Und der entsprechende Involutionsvorgang ist dasjenige, was empfangen worden ist
im Christentum als das Sakrament der Buße.
Da wird der Erinnerungsvorgang durchchristet; 
da wird der Erinnerungsvorgang dadurch, dass er durchchristet wird, 
zugleich ins Moralische hinaufgehoben. ... 

5.  Tod
     Heilige Ölung

Damit aber, meine lieben Freunde, sind die Vorgänge erschöpft, 
die sich im Menschen als Evolutionsvorgänge abspielen seit der Geburt, 
und wir haben dann das, dass der Mensch nun hintendiert auf naturgemäße Weise 
zu einem Involutionsvorgang. 
Wir haben eine Aufeinanderfolge von Evolutionen. 
In der Erinnerung ist die Aufeinanderfolge der Evolutionen wiederum schon stark 
in das Innere eingegangen. 
Die Erinnerung stellt also eine Verinnerlichung dessen dar, 
was sich als Geburt nach außen entfaltet hat. 
Wir kommen, indem wir das weiterentwickeln, 
zu dem Fünften, was ganz naturgemäß ein Involutionsvorgang ist, 
wir kommen zu dem Tod, der das Leben des individuellen Menschen beschließt:

Wir haben früher einem Evolutionsvorgang immer
in der sakramentalen Handlung einen Involutionsvorgang entgegengestellt;
es sind aber allmählich die Evolutionsvorgänge ähnlich geworden den Involutionsvorgängen.
Die Involutionsvorgänge in der Buße sind in einer gewissen Weise
in äußerer Entfaltung dasjenige, was im Erinnerungsvorgang ganz innerlich
beschlossen ist,
es sind die Involutionsvorgänge also nach und nach genähert worden
den Evolutionsvorgängen.
Wir müssen, wenn wir jetzt die sakramentale Handlung haben wollen
für diesen natürlichen Involutionsvorgang, den Tod,
etwas an den Menschen heranbringen in kultusgemäßer, in ritualgemäßer Form,
worin man nach einer geistigen Naturerkenntnis etwas sehen kann,
mit dem man entgegentritt dem Sterbenden und an diesem Sterbenden etwas verrichtet,
was in einer ähnlichen Weise sein geistig-seelisches Leben anregen soll,
wie angeregt worden ist durch Naturvorgänge sein physisch-leibliches Wesen.
Es soll, in Rhythmus ausgedrückt, beim Tode das Physisch-Leibliche
wieder verschwinden, das Geistig-Seelische wiederum Form gewinnen.
Aus gewissen Gründen, die wir noch zu erörtern haben werden,
hat man immer in den Ölen, in allem Ölartigen dasjenige gesehen,
was wiederum zum Geistig-Seelischen zurückführt.
Der Ölungsvorgang wurde auch in der Natur als ein Verseeligungsvorgang angesehen.
Daher vollführt man hier die heilige letzte Ölung.
Wir fügen gewissermaßen den Evolutionsvorgang dem Involutionsvorgang jetzt hinzu.

6.  Verbindung 
      Christ-WEIHE 
(Erwachsenen-Taufe)

Damit haben wir das individuelle Leben des Menschen erschöpft,
und es bleiben noch zwei Beziehungen des Menschen vorhanden,
die nicht mehr individueller Natur sind.
Die eine Beziehung ist die, wo der Mensch, der hier auf Erden stehend
ein physisch-leibliches Wesen ist,
eingeht ein Verhältnis mit dem Geistig-Seelischen, wie es in den Himmeln bewahrt ist,
so dass gewissermaßen die Nabelschnur zum Geistig-Seelischen,
die durchschnitten worden ist, wiederum angeknüpft wird,
des Menschen Tendierung zurückgeführt wird zu dem Geistig-Seelischen.
Wir haben es dann nicht mit etwas Individuellem im Menschen zu tun,
wir haben es mit einem Wechselverhältnis mit dem Himmlisch-Geistigen zu tun.
Das aber ist etwas, was ja bei jedem Menschen, aber unbewusst, vorhanden ist.
Wären wir ganz abgeschnürt von dem Geistig-Seelischen, wir könnten nimmermehr
den Weg zurückfinden. Aber es ist ein tiefer Involutionsvorgang, der immerzu in uns
vorhanden ist, ein ganz verborgener Vorgang, noch verborgener als das,
was im Menscheninnern geschieht, wenn er mit seinem Organismus durch den Tod geht;
daher ist es ein Prozess, der im Verlauf des individuellen Lebens des Menschen
überhaupt nicht zum Bewusstsein kommt.
Dafür muss ein äußerlicher Evolutionsprozess gesucht werden,
und dieser Evolutionsprozess ist dann gegeben im Ritual der Priesterweihe. *
* Der Begriff "Priesterweihe" ist missverständlich ... aber dem Sprachgebrauch der Theologen entnommen.   
Innerhalb der "Christengemeinschaft" - aus deren Begründungsvorträgen dieser Ausschnitt stammt - ist die "Priester"-Weihe ja auch noch traditionell, in einem hierarchischen System

nach alter, kirchlicher Weise vorgesehen ... Erst im allgemein-("laien")-priesterlichen Impuls
werden die priesterlichen Aufgaben eines jeden Christen erkannt und wieder aufgegriffen ... und so auch durch Rudolf Steiner mit den "freien christlichen" Kultushandlungen, für die Zeit der Bewußtseinsseele. VDL )  

Wir haben also sechstens einen Vorgang, der, wie gesagt, von selbst gegeben ist; 
die Verbindung, wie man sie nennen kann, 
und wir haben dementsprechend den äußeren, den Evolutionsvorgang 
in der Priesterweihe.

7.  Mann und Weib
     EHE

Und nun haben wir als Siebentes jenes Abbild im Irdischen, das im Irdischen 
das Verhältnis zwischen dem Geistig-Seelischen und dem Physisch-Leiblichen 
zum Ausdruck bringt; dieses Verhältnis ist auf naturgemäße Weise gegeben 
in dem Verhältnis von Mann und Weib. 
Für jede richtige Anschauung ist ja das Verhältnis von Mann und Weib so, 
dass im Weibe dasjenige überwiegt, was den Menschen mehr nach dem 
Geistig-Seelischen hinneigt, im Manne dasjenige, was den Menschen mehr hinneigt 
nach dem Physisch-Leiblichen. ... Beide tragen also eine gewisse Unvollkommenheit 
in sich; zwischen beiden besteht daher ein Spannungszustand. 
Und wenn für diesen Spannungszustand, der naturgemäß gegeben ist 
in dem Verhältnis zwischen Mann und Weib, 
sein sakramentaler Evolutionswert gesucht wird - es ist ein tief verborgener Involutions-
vorgang, auf den wir hier hindeuten, wenn wir auf das Männliche und Weibliche hindeuten -, 
so haben wir den gegeben in dem Sakrament der Ehe.



Das ist dasjenige, was in der christlichen Esoterik immer gelegen hat in Bezug 

auf den Sakramentalismus, insofern er auf den Menschen anzuwenden ist,
dass der Mensch, der in die Welt hereintritt, zum Teil nur ausgestattet ist mit Evolutionswerten,
zum Teil nur mit Involutionswerten, und dass immer dazugefügt werden muss
durch das Sakrament zu dem Evolutionswert der Involutionswert,
und zu dem Involutionswert der Evolutionswert.
Man spricht gleichsam die Grundempfindung aus:
Der Mensch tritt als ein unvollständiges Wesen in das irdische Dasein,
er muss erst zu einem vollständigen Wesen gemacht werden.
Als Individuelles drückt sich seine Unvollkommenheit aus
in der Geburt, in der Reife, in der Verleiblichung, in der Erinnerung, im Tod.
Dazu muss der Mensch, damit er vollkommen physisch-leiblich-geistig-seelisch lebt,
hinzufügen auf sakramentale Weise:
die Taufe, die Firmung, das Altarsakrament, die Buße und die letzte Ölung.
In Bezug auf das Soziale steht der Mensch in dem ausnahmsweisen Zustand
der Priesterlichkeit drinnen, wo durch das äußere Zeichen in sakramentaler Weise
in der Priesterweihe auch hingewiesen werden soll auf dasjenige,
was tief verborgen als Involutionswert vorhanden ist.
Und in der Heiligung der Ehe durch das Sakrament soll eben zum Ausdruck kommen,
wie das, was nur unvollständig gegeben ist bei Mann und Weib als ein Involutionswert,
durch eine äußere sakramentale Handlung, durch den entsprechenden Evolutionswert
ergänzt wird. ...
Wir leben heute innerhalb unserer neueren Zivilisation
fast einzig und allein in Evolutionswerten.
Wir haben sehr notwendig, sakramental zu Involutionswerten wiederum zu kommen.
Warum, meine lieben Freunde, haben die moralischen und die religiösen Wahrheiten
für die heutige Menschheit eine so geringe Kraft?
Sie haben geringe Kraft, weil es schon einmal notwendig ist, dass das,
was an den Menschen herantritt, nicht bloß als Ermahnung und Gebot herantritt,
sondern so, dass er gewahr wird, dass in diesem Herantreten
ein wirkliches Durchdringen mit dem Göttlichen stattfindet.
Das kann aber vor das menschliche Bewusstsein
nur in der sakramentalen Handlung hintreten. »

Aus Rudolf Steiners Vortrag
am 2.10.1921, nachmittags, in Dornach.
Siehe diesen Vortrag vollständig auch in GA 343/13, S. 255-266 (1993).






Der Rhythmus dieser Hoch- und Notzeiten
ist dem menschlichen Lebenslauf mitgegeben.


Dass es dabei nicht nur von einer Religionsgemeinschaft,
einen allgemein und überall und jederzeit für jedermann gültigen Text und eine Form
geben kann, macht Rudolf Steiner schon damit deutlich,
indem er nicht nur verschiedene Kultusformen vermittelte
(bis hin zu den «Klassenstunden», ja der Anthroposophie selbst als «Gottesdienst»
[ 24.12.1923, GA 260 ]  ), 
sondern z.B. auf eine weitere Anfrage einer Taufe auch einen weiteren Text gab:
Jedem das Seine.

Von Jesus Christus selbst wurde konkret nur die Taufe und das Abendmahl eingesetzt.
Im jungen Christentum wurde eher das ganze Leben versucht zu heiligen,
zu sakramentalisieren;
so sprach Augustinus noch von 304 Sakramenten
und erst auf dem II.Konzil von Lyon 1274 wurde die Siebenzahl festgelegt.

Die von Rudolf Steiner gegebenen Texte sind kein Dogma,
sondern "Zwischenstation",
bis wir aufgrund eigener Wahrnehmung die Sakramentalisierung des ganzen Lebens,
das Göttliche wieder überall und immer finden und er-leben
und damit Sakrament, Kommunion, Gottes-Dienst
jederzeit ganz individuell selbst wahrnehmen, empfangen, gestalten und formulieren
können.

... dann wird die Begegnung
jedes Menschen mit jedem Menschen
von vornherein eine religiöse Handlung,
ein Sakrament sein ...
Rudolf Steiner

Wie also sakramentale Handlung geformt und gefüllt wird, 
hängt von den Bedürfnissen und Möglichkeiten der sakramental Kommunizierenden ab. 

Wir stehen nicht am Ende, sondern am Anfang des Christentums.

Christian Morgenstern


So können wir dankbar die von Rudolf Steiner zeitgemäß und spirituell 
vertieften Texte und Formen der Sakramente, 
als dem Leben entsprechende Werkzeuge ergreifen, 
als gesundende Arznei brüderlich in Anspruch nehmen und weiterschenken,
auf dem Weg zum allgemeinen Priester-Sein des Menschen;
heute schon... Zukunft säend !




Wenn SIE
freie christliche Sakramente 
empfangen möchten,
oder sich in die Thematik, 
die liturgische Praxis 
einarbeiten wollen,
melden Sie sich !



Verwendete Sakramente + Rituale 


Jedes Sakrament ist eine neue Geburt,
den Notwendigkeiten und Möglichkeiten und Bedürfnissen der Empfangenden,
wie auch der Liebe, dem Willen, der Gnade der Geistigen Welt entsprechend,
individuell und zeitgemäß.

Aber weil in der gemeinsamen Erarbeitung dieser tiefere Grund meist deutlich wird,
bleibt es in der Regel
- aus Einsicht, nicht aus der Vorgabe - beim damaligen Originalwortlaut Steiners,
trotz "geänderter Zeitlage".

Die meisten Rituale und Sakramente sind (später) auch der "Christengemeinschaft" 
gegeben worden. 
Im Gegensatz zum "freien christlichen" Impuls sind sie hier aber nur wirksam, 
wenn sie durch einen geweihten Priester gespendet werden. 
"Laien" ist dort die Handhabung untersagt. 






Nehmen Sie auch so etwas als einen Anfang hin, 
und wissen Sie, dass da, wo man in ehrlicher Weise einen solchen Anfang will, 
sich schon auch die Kräfte finden werden zur Verbesserung desjenigen, 
was in einem solchen Anfange gegeben werden kann. ... 
Es wird Ihnen aber gerade an diesem Beispiel klar sein können, 

wie überall eben aus dem Lebendigen heraus 
das Kultus­artige gesucht werden muss. ... 

Etwas Prinzipielles kann es im Leben der Welt überhaupt nicht geben, 
sondern es kann nur das sich in Leben Wandelnde geben. 

Das darf man nicht als eine Inkonsequenz betrachten,
sondern als eine Forderung des Lebens selbst.

Rudolf Steiner, GA 269 




Hier in dieser Website

werden die Texte der 

Taufe + Trauung + Bestattung 

und die 

Opferfeier 

vorgestellt.

Das ist nicht unumstritten :




ZUR PROBLEMATIK 

DER VERÖFFENTLICHUNG
ESOTERISCHER / KULTISCHER  TEXTE


Arbeitsmaterial Zur Kultus-Frage



Wie retten wir nun das uns anvertraute Gut? 
Nicht, indem wir es vergraben und nur den Feinden
die Gelegenheit geben, das damit zu tun, was sie tun wollen,
sondern indem wir, vertrauend auf die guten geistigen Mächte,
der neuen Generation die Möglichkeit geben, Anregungen in ihrer Seele zu empfangen,
die das darin schlummernde geistige Licht aufleuchten lassen,
die weckend in ihren Seelen das aufrufen,
was Schicksals­mächte in sie hineingelegt haben.   

Marie Steiner, Brief vom 4.1.1948, GA 270/1 (1992), S. XI.


Denn:   Dieser Geist der Zeit verträgt nicht 
das äußere Geheimnis, während er ganz gut 
verträgt das innere Geheimnis.  

Rudolf Steiner, 28.12.1923, GA 260, zur Freigabe 
der nur für Mitglieder gedruckten Vorträge.  

Siehe auch das Vorwort der Leitung der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft 
zur Veröffentlichung deren nichtöffentlichen «Klassenstunden» in GA 270.


.. die Anschauung von der Geheimhaltung ist ein Anachronismus. 

Rudolf Steiner, «Mein Lebensgang», Kap. 24

 

An den "Vorträgen und Kursen über christlich-religiöses Wirken" (sog. "Priester-Kurse")
nahmen die Interessenten an der Begründung der "Christengemeinschaft"
(viele Theologen / Theologiestudenten), die Religionslehrer des freien christlichen Religionsunterrichtes in der Freien Waldorfschule,
der Vorstand der AG, sowie verschiedentlich weitere Anthroposophen teil;
nur wenige der interessierten Teilnehmer
wurden dann auch Priester der "Christengemeinschaft".
(Siehe GA 343, S. 647-648)




Der Schutz der Sakraments- und kultischer, esoterischer Texte
liegt - zeitgemäß - nicht mehr in der Zurückhaltung der
gedruckten Texte, 
sondern im nötigen Schwellenübertritt: 
in der Verwirklichungs- und Wandlungs-Kraft der Handlung selbst, 
als reale spirituelle Tat, 
im Offenbarwerden Seiner Anwesenheit, 
im Erleben der Vereinigung mit Ihm, letztlich in Seiner Gnade.  

Wem der Durchbruch zu dieser Realitätsebene nicht gelingt, 
dem bleibt auch der Text und selbst die Handlung 
nur unwirk­samer und unverständlicher "Schall und Rauch", 

und missbräuchlich benutzt  - für die eigene geistige Entwicklung
und nachtodlich und karmisch -  schädlich!






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Während die Anthroposophische Gesellschaft alle Texte Rudolf Steiners veröffentlichte,
bittet die "Christengemeinschaft" ihre Mitglieder,
die Texte der Begründungs-Kurse (GA 342-346) (die sie als "Priester-Kurse" betitelt
und deshalb nur ihren Priestern zugesteht)  und erst recht die Texte der Sakramente
nicht zur Kenntnis zu nehmen und zu er-/bearbeiten.
( Falls SIE Mitglied der "Christengemeinschaft" sind,
bitte ich Sie, Ihre Mitgliedschaft und den Willen Ihrer Priesterschaft
ernst zu nehmen und auf eine Kenntnisnahme der Texte
hier zu verzichten! .. )

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Taufe + Trauung + Bestattung + Opferfeier :

Jeder Mensch ..werde.. ein Priester!

Nichts ist im Sakrament willkürlich. 
Alles ist bis ins Kleinste hinein 
ein Abbild eines höheren okkulten Vorganges. ...

Man muss wissen, dass es ein anderes ist,
aus dem Geiste heraus zu handeln,
als aus dem Materiellen heraus zu handeln.
Spirituelles Leben wieder ausströmen zu lassen, das ist unser Ziel.
Rudolf Steiner
 

frei + christlich